Der Unbestechliche Mörderisches Marseille

Der Thriller beruht auf wahren Begebenheiten in den 1970er Jahren, der Drogenmafia in Marseille, der French Connection, bei der Drogen aus der Türkei nach Frankreich geschmuggelt wurden. Das Heroin wurde später aus ihren Labors in die Vereinigten Staaten transportiert.

Bereits in den 1930er Jahren wurden Drogen geschmuggelt. Es entstand ein Netzwerk, welches später als French Connection bekannt wurde. Die French Connection hatte in den späten 1960er und Anfang der 1970er Jahre ihren Höhepunkt. Zu dieser kriminellen Organisation zählten Paul Carbone, François Spirito und Antoine Guérini. Weitere Beteiligte waren Auguste Ricord, Paul Mondoloni und Salvatore Greco.

Ihr Heroin war für eine sehr gute Qualität bekannt. 1960 folgte eine Schätzung des Federal Bureau of Narcotics, das etwa 1.200 bis 2.300 kg Heroin aus Frankreich in die Vereinigten Staaten gebracht wurden. Die Nachfrage wurde immer größer, sodass sie bis zu 90 % ihres Heroins in die USA lieferten.

Ende der 1960er Jahre entstand in Marseille ein Bandenkrieg, nachdem Robert Blemant von Antoine Guérini ermordet wurde. Im Februar 1972 bot man einem Sergeant der US-Army an, 109 kg Heroin in die Vereinigten Staaten zu schmuggeln. Dieser informierte seinen Vorgesetzten, der wiederum die Behörden in Kenntnis setzte. Eine Untersuchung wurde eingeleitet und mehrere Männer verhaftet.

Der französische Richter Pierre Michel (1943-1981) wurde 1974 zum Untersuchungsrichter ernannt und ermittelte gegen die Drogenmafia in Marseille. In den sieben Jahren seiner Ermittlungsarbeit konnten 70 Personen verhaftet werden. Die Presse nannte Pierre Michel „Der Rächer“ oder „Cowboy“. Die beiden Kommissare Gérard Girel und Lucien Aimé-Blanc unterstützten ihn dabei.

Am 21. Oktober 1981 wurde Pierre Michel im Alter von 38 Jahren ermordet. Er starb durch drei Kugeln, die von zwei Männern auf einem vorbeifahrenden Motorrad abgefeuert wurden. Die Täter konnten ermittelt werden und es stellte sich heraus das sie Verbindungen zur French Connection hatten. Am 30. Juni 1988 wurden François Checchi und François Girard und 1991 Charles Altiéri und Homère Filippi zu lebenslanger Haft verurteilt.

 


Deepwater Horizon

Der Film thematisiert die Geschehnisse rund um die Bohrplattform Deepwater Horizon, bei der es am 20. April 2010 zu einem Blowout gekommen war. Die Plattform war in Brand geraten, es kam zu Explosionen und versank zwei Tage darauf im Meer.

Die Deepwater Horizon befand sich im Golf von Mexiko um dort nach Ölvorkommen zu bohren, dies in einer Tiefe von 1500 Metern. Die Plattform gehörte der Transocean’s Triton Asset Leasing GmbH, einem der weltweit größten Offshore-Bohr-Unternehmen mit Sitz in der Schweiz. Mieter dieser Bohrinsel war das britische Unternehmen BP. Die Bohrinsel befand sich etwa 60 Kilometer südöstlich der Küste von Louisiana, im Macondo-Feld, wo man im Jahr 2010 Ölvorkommen entdeckt hatte.

Am 20. April 2010, während der letzten Phasen einer Erkundungsbohrung, kam es am Abend zu einer Explosion, folglich auch zu einem Brand. Den Löschbooten war es nicht gelungen den Brand unter Kontrolle zu bringen, woraufhin die Bohrinsel versank. Auslöser für diese Explosion war, dass bei dieser Probebohrung eine Fontäne von Meerwasser aus dem Steigrohr über 70 Meter in die Luft geschossen war. Es folgten Bohrschlamm, Methangas und Wasser. Das Gas entzündete sich und es kam zu mehreren Explosionen.

Zuvor war Erdgas in das Bohrloch eingedrungen. Dies war bereits bekannt und man verhängte ein Stop aller feuergefährlichen Aktivitäten. Es war immer wieder zu Gaseinbrüchen gekommen. Eine extra dafür vorgesehene Schutzeinrichtung, einer Reihe von Absperrventilen, einen sogenannten Blowout-Preventer hatte man zwar betätigt, doch dieser funktionierte nicht. Dieses 450 Tonnen schwere und 15 Meter hohe Sicherheitselement wies erhebliche Mängel auf. Der Blowout-Preventer wurde zuletzt 2005 vom American Bureau of Shipping überprüft.

Interne Dokumente von BP belegen das Ingenieure von BP bereits 2009 Bedenken über eine hundertprozentige Funktionstüchtigkeit dieser Sicherheitseinrichtung hatten. Um den Bohrvorgang nicht zu verzögern, wurde dies außer Acht gelassen. Bereits 2001 analysierte die Firma Transocean diesen Blowout-Preventer. Man fand eine Vielzahl möglicher Fehler die zu einem Versagen hätten führen können.

Zum Zeitpunkt der Explosion befanden sich 126 Mann auf der Plattform, darunter 7 Mitarbeiter von BP und 79 von Transocean. Elf der Arbeiter wurden vermutlich bei dieser Explosion getötet. Die Anlage wurde evakuiert und der Rest in Sicherheit gebracht. Nach etwa 36 Stunden versank die Bohrinsel im Meer. Dies hatte zur Folge das ungehindert Öl aus dem Borhloch austreten konnte, was zu einer gewaltigen Ölpest führte.

Am 15. Juli 2010, fast 90 Tage nach dem Unglück, war es gelungen den Ölaustritt zu stoppen. Der Sonderbeauftragte der Regierung Thad W. Allen erklärte am 19. September die Quelle offiziell für tot. Es ist die größte Ölpest in der Geschichte der Erdölförderung. Man schätzt das ca. 5 Millionen Barrel ausgetreten sind, dies entspricht etwa 800 Millionen Liter. Unmittelbar nach dem Unglück breitete sich ein Ölteppich von ca. 1,5 km mal 8 km Größe aus, nach nur wenigen Tagen waren etwa 10.000 Quadratkilometer von dieser Ölpest betroffen.

Die US-Regierung erklärte dies zu einer nationalen Katastrophe. Mittlerweile hatte der Ölteppich die Küste von Louisiana erreicht. Dies blieb nicht ohne ökologischen Folgen. Die Kosten für die Ölpest belaufen sich auf bis zu 3 Milliarden Dollar. 2012 einigte sich BP nach Verhandlungen mit den US-Behörden auf eine Zahlung von 4,5 Milliarden Dollar. Um dies zu begleichen habe man 6 Jahre Zeit. BP entschädigte die Betroffenen mit einem Treuhandfond über 20 Milliarden Dollar, plus 100 Millionen für Verdienstausfälle.

Nun folgte ein Zivilprozess gegen BP, dem sogenannten Deepwater-Prozess, der am 25. Februar 2013 begann. Der Konzern Halliburton, einem Anbieter von technischen Dienstleistungen, gab an, nach der Katastrophe Beweise vernichtet zu haben. Hier einigte man sich auf eine Zahlung in Höhe von 200.000 Dollar. Zudem habe man freiwillig 55 Millionen Dollar an die National Fish and Wildlife Foundation gezahlt. Auch Transocean gestand eine Mitschuld und zahlte eine Strafe in Höhe von einer Milliarde Dollar wegen der Verunreinigung, plus 400 Millionen Dollar wegen krimineller Handlungen.


Zulu

Gezeigt wird die Schlacht um Rorke’s Drift am 22. Januar 1879 während des Zulukrieges in Südafrika, einem Krieg zwischen dem Volk der Zulu und dem Britischen Empire. Rorke’s Drift ist ein Ort in der Provinz KwaZulu-Natal in Südafrika. 1875 wurde der Ort zu einer Missionsstation.

Die Schlacht von Rorke’s Drift ist auch bekannt als Verteidigung von Rorke’s Drift, einer Verteidigung der Missionsstation, unter dem Kommando der Offiziere John Rouse Merriott Chard (1847-1897) der Royal Engineers und Gonville Bromhead (1845-1892). Bis zu 4.000 Krieger der Zulu griffen diese Missionsstation an. Die Mission der Schwedischen Kirche wurde von 150 britischen Soldaten erfolgreich verteidigt.

Zuvor kam es zur Schlacht bei Isandhlwana, der ersten und größten Schlacht während des Zulukrieges. Mehr als 20.000 Zulu überrannten und besiegten die wesentlich kleineren britischen Truppen – 1.800 britische Soldaten die völlig unterlegen waren, wodurch 1.300 den Tod fanden. Für die Briten eine katastrophale Niederlage. Die Zulu hatten etwa 1.000 Tote zu beklagen.

Mit den erbeuteten Gewehren griffen 4.000 Zulu am 22. Januar 1879 die Mission Rorke’s Drift an. Den nur wenigen britischen Soldaten gelang es, diese erfolgreich zu verteidigen. Die Zulu hatten zwar einige der erbeuteten Gewehre, konnten jedoch nicht oder nur wenig damit umgehen. Viele hatten nur ihre üblichen Speere. Die Zulu wurden geführt von Prinz Dabulamanzi kaMpande (1839-1886), einem Halbbruder des Königs der Zulu Cetshwayo kaMpande.

Es folgte ein zehnstündiger Kampf, bei dem die Zulu 350 ihrer Krieger verloren. Sie gaben auf und zogen sich zurück. Etwa 17 britische Soldaten wurden während der Verteidigung getötet. Elf britische Soldaten wurden für ihren Kampf und der Tapferkeit mit dem Victoriakreuz ausgezeichnet.

 


Eine unerhörte Frau

Basierend auf wahren Begebenheiten erzählt der Film die Geschichte einer Frau, die für das Leben ihrer Tochter kämpfen musste. Das Drehbuch basiert auf den biografischen Aufzeichnungen von Angelika Nachtmann. Es ist ihre Geschichte, ihr Kampf um das Leben ihrer Tochter und dem Kampf um ihr Recht. Angelika Nachtmann wurde 1960 in Starnberg geboren. Ihr Buch „Nicht gehört-fast zerstört“, auf dem der Film beruht, ist hundertprozentig autobiografisch. 1969 im Alter von 9 Jahren wird sie sexuell missbraucht. Ein Ereignis das man nur schwer verarbeiten kann, wodurch sich ihr Leben schlagartig änderte, sie sah die Menschen mit anderen Augen.

Sie heiratet, doch diese Ehe scheitert. Ihren Sohn bringt sie mit in ihre zweite Ehe. Sie zieht mit ihrem Sohn Stefan auf den Hof ihres zweiten Mannes in Höhenrain, wo er und seine Mutter Landwirtschaft betreiben. 1985 wird Sohn Michael geboren, 1986 kommt Tochter Katharina zur Welt. Mit ihrer Schwiegermutter ist sie sich nicht einig, sie selbst sagt, sie hätte lieber eine andere Frau auf dem Hof und im Haus gesehen. Sie arrangiert sich und verrichtet Arbeiten im Stall und auf dem Feld.

Neben Haushalt und Familie bemerkt sie das ihre Tochter Katharina kränkelt. Das Mädchen klagt über Kopfweh, isst nicht richtig und muss sich ständig erbrechen. Sie ist krank und man sieht es ihr förmlich an. Ihre Tochter ist krank und wird von Arzt zu Arzt weitergereicht. Man stellt mehrere Diagnosen und keines der Medikamente schlägt an und hilft. Die Ärzte meinen das Mädchen simuliere nur und wolle dadurch nur Aufmerksamkeit. Niemand der Mediziner nahm die Symptome ernst. Selbst ihre Verwandten sagten sie solle endlich Ruhe geben und ihr Mann äußerte sich; „du willst, dass das Mädchen krank ist.“

Katharina ist recht klein und wird nach einem Test eingeschult. Für das Mädchen ist der Schulalltag eine Tortour, ihr Leidensweg nimmt neue Dimensionen an. Sie klagt noch immer über Kopfschmerzen. Auch die Lehrer nehmen das nicht ernst und auch hier heißt es, sie sei eine Simulantin. Von ihren Mitschülern wird sie aufgrund ihrer Kleinwüchsigkeit gehänselt.

Ihre Mutter geht von Arzt zu Arzt und ist mittlerweile von der Schulmedizin enttäuscht. Sie fühlt sich im Stich gelassen. Sie informiert sich und liest vieles über Naturheilkunde. Ein kleiner Erfolg, es gelingt die Symptome ihrer Tochter etwas zu lindern. Niemand war in der Lage, den tatsächlichen Grund für die deutlichen Beschwerden ihrer Tochter zu erkennen. Erst sieben Jahre später stellte man die entscheidende Diagnose.

Es ging um das Leben ihrer Tochter, für das sie kämpfen musste und diesen Kampf aufgenommen hat. Die Diagnose war für alle niederschmetternd. 1998 wurde bei ihrer Tochter ein Gehirntumor festgestellt. Sie sagt; „Gegen das Schicksal darf man sich nicht auflehnen, da sonst der Verzweiflung ein Raum geschaffen wird, indem man die Kraft zu kämpfen verliert und sich auf seinem vorgegebenen Weg verirrt.“

Ein Pförtner einer Klinik hatte letztlich das entscheidende Richtige getan, er schickt Mutter und Tochter zu einer Endokrinologin. Hier wird der Tumor diagnostiziert und erfolgreich operiert. Katharina ist heute selbst Mutter eines Kindes. Angelika Nachtmann zog die Ärzte zur Verantwortung und hat sie verklagt. Nur durch ihren unerbittlichen Kampf konnte sie ihrer Tochter helfen.

 


Die Glenn Miller Story

Erzählt wird die Geschichte von Glenn Miller (1904-1944) einem Musiker, Komponist und Jazz-Posaunist, der 1944 im Alter von 40 Jahren bei einem Flugzeugabsturz über dem Ärmelkanal ums Leben kam.

Alton Glenn Miller wurde am 1. März 1904 in Clarinda, Iowa, geboren. Er besuchte die Grundschule in North Platte, Nebraska. 1915 zog die Familie nach Grant City, Missouri. Von seinem erspartem Geld kauft er sich eine Posaune und spielt im städtischen Orchester. Ursprünglich spielte er Kornett und Mandoline, wechselte 1916 auf die Posaune.

1918 zieht die Familie nach Fort Morgan, Colorado, wo er die High School besucht. Mit einigen seiner Mitschüler gründet er eine Band, das ihn so begeisterte das er beschloss professioneller Musiker zu werden. Nachdem er die Universität von Colorado besucht hatte, trat er 1926 der Ben Pollack Band bei. Hier spielte Glenn Miller zwei Jahre, schrieb jedoch auch einige musikalische Arrangements.

Als freier Posaunist in verschiedenen Bands gelingt es ihm seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Er spielt bei Red Nichols, Ray Nobles, Benny Goodman und den Dorsey Brothers. Erst Ende der 1930er Jahre gelingt ihm der Durchbruch. Glenn Miller bricht Besucherrekorde und die Plattenverkäufe explodieren förmlich. 1937 macht er mit seiner eigenen Band mehrere Aufnahmen. Noch im selben Jahr kam es zur Auflösung der Band. Anfang der 1940er Jahre kennt ihn jeder. Titel wie „In the Mood“, „Pennsylvania 6-5000“, „Tuxedo Junction“ und „Chattanooga Choo Choo“ sind bis heute vielen bekannt. Mit „Chattanooga Choo Choo“ gewann er die Goldene Schallplatte.

Glenn Miller war nicht nur ein guter Musiker, sondern verstand sich als begnadeter Geschäftsmann. Seine Band war wie ein Firma organisiert. Die Musiker waren versichert, es gab eine PR-Abteilung und Bühnenarbeiter waren fest angestellt. Sein Charakter beschrieb man als eigensinnig, mit dem nicht jeder zurecht kam, so das auch talentierte Musiker seine Band verließen.

Es ist die Zeit des Zweiten Weltkriegs, als er die Band verlässt und sich bei der US-Navy meldet. Er kommt zu den Luftstreitkräften und leitet als Hauptmann das Army Air Force Orchestra. Glenn Miller war in London stationiert. Hier wurden zum Teil Tonaufnahmen gemacht und Live übertragen. Mit seinem Orchester tritt er in Schottland und Frankreich auf.

Am 15. Dezember 1944 steigt er in England in ein Flugzeug, es sollte ein Flug von London nach Paris sein. Die Maschine startet wie üblich, kommt jedoch nie in Paris an. Die Suche nach dem Flugzeug blieb erfolglos. Man vermutet das britische Bomber aufgrund dichten Nebels versehentlich die Maschine abgeschossen haben. Möglich sei auch das die Tragflächen der Maschine vereist waren. Während der Luftschlacht um England wurden zahlreiche Flugzeuge abgeschossen, diese in den Ärmelkanal stürzten. Es gibt zahlreiche Spekulationen. Der Todestag von Glenn Miller wird mit dem 15. Dezember 1944 angegeben.

 


The Infiltrator

Der Film beruht auf der Autobiografie „The Infiltrator: My Secret Life Inside the Dirty Banks Behind Pablo Escobar’s Medellin Cartel“, von Robert Mazur, einem US-Zollbeamten der verdeckte Ermittlungen gegen das Drogenkartell leitete. Als Agent und verdeckter Ermittler schleuste er sich in das Drogenkartell, in das Reich von Pablo Escobar ein.

Irgendwann in den 1980er Jahren unter dem Pseudonym Bob Musella, der sich als wohlhabender Geschäftsmann ausgab, hatte er die gewissen Kontakte geknüpft. Fünf Jahre verbrachte er Undercover in der kriminellen Hierarchie der kolumbianischen Drogenkartelle. Er war mittendrin in deren Aktivitäten und machte sich zudem mit den schmutzigen Bankgeschäften vertraut.

Man verbrachte Nächte in Hotels, wo eine Übernachtung bis zu 1000 Dollar kostete, trank den teuersten Champagner weltweit, fuhr Rolls-Royce-Cabriolets und flog in Privatjets. Aber unter seinem chicen Anzug und in seiner Aktentasche verbargen sich Mikrofone, um die erdrückenden Beweise ihrer Verbrechen beweisen zu können. Bob Musella drang tief in das Innere des Medellin-Kartells ein.

Diese Operation gilt als eine der erfolgreichsten verdeckten Ermittlungen in der Geschichte der Strafverfolgung. Mehr als 80 Personen konnten somit weltweit ausfindig gemacht werden. Aufgedeckt wurde zudem, dass skrupellose Banken die komplexen internationalen Finanzsysteme manipuliert hatten. Millionen Drogengelder sind auf Bankkonten, unter anderem auch in Europa, verschwunden.

Robert Mazur ist ehemaliger Bundesagent und Sonderermittler im Bereich der Geldwäsche. Er konnte außerdem beweisen, dass die Bank of Credit and Commerce International (BCCI) in der Geldwäsche für kolumbianische Drogenhändler verwickelt war. Diese Bank wurde 1972 von dem Pakistani Agha Hasan Abedi gegründet und war die siebtgrößte Privatbank der Welt, mit 400 Niederlassungen in 78 Ländern.

1991 wurde der Finanzskandal aufgedeckt und die Bank geschlossen, mit den Vorwürfen der Geldwäsche, Bestechung und Waffenhandel. Der damalige panamaische Diktator Manuel Noriega nutzte diese Bank um Drogengeld des Medellin-Kartells zu waschen. Nach der Auflösung der BCCI galten 13 Milliarden US-Dollar als verschollen.

Manuel Noriega wurde 1992 wegen Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Verschwörung verurteilt und befindet sich derzeit in Haft. Er hatte dem Medellin-Kartell Exil geboten und ermöglichte Anlegemöglichkeiten für ihr Drogengeld.

Pablo Escobar war Anfang der 1980er Jahre der erfolgreichste Kokainhändler der Welt. Am meisten Gewinn machte er mit seinem Schmuggel in die USA. Nachdem sein Drogenimperium zerschlagen wurde, floh er nach Panama. Laut dem Forbes Magazine besaß er ein Privatvermögen von 2,7 Milliarden US-Dollar. Von seinem Vermögen profitierte auch seine Heimatstadt Medellin, so ließ er Schulen, Krankenhäuser und Wohnungen bauen.

Da man ihn noch immer verfolgte, ordnete er an, Hunderte von Polizisten, Richter und Staatsanwälte zu ermorden. 1991 stellte er sich der Polizei. Als man ihn in ein anderes Gefängnis verlegen wollte, gelang ihm die Flucht. Nun verfolgten ihn auch seine Feinde vom Cali-Kartell. Am 2. Dezember 1993 wurde Pablo Escobar von einer kolumbianisch-amerikanischen Elite-Einheit während einer Razzia erschossen.

 


Picco

Das Drama ist eine Verfilmung eines Foltermordes, ein Mord der sich in der Nacht zum 12. November 2006 in der Zelle 104 der Justizvollzugsanstalt Siegburg ereignete. Drei Insassen des Jugendgefängnisses Pascal I., Ralf A. und Danny K.,ermordeten ihren Mithäftling Hermann H. bestialisch. Die Brutalität und Perversion des Martyriums erzeugten Abscheu, Ekel und Fassungslosigkeit bei jeden normal empfindenden Menschen. Dennoch ist der grauenvolle Mord alles andere als unerklärlich.

Es ist eine direkte Folge des Sozialabbaus und der Politik der letzten Jahre auf Bundes und Landesebene. So reagierten alle die die Haftbedingungen in deutschen Gefängnissen, insbesondere für Jugendliche kennen, nicht überrascht. „Es war eine Frage der Zeit, wann so etwas geschieht.“ Gegen Mittag des 11. November hatten die drei Häftlinge begonnen, ihren Zellengenossen zu quälen. Hermann H. wurde gequält, vergewaltigt und aufgehängt. Der Terror begann als man ihn in diese Zelle der drei anderen verlegt hatte, in dieser Konstellation war Hermann der Schwächste, in einer Zelle mit gerade 15 Quadratmetern Größe.

Mit bloßen Händen, brutalen Faustschlägen und anderem Schlagwerkzeug prügelten die drei 17, 19 und 20 Jahre alten Häftlinge auf den wehrlosen Jungen ein. Abwechselnd fielen sie über den 20-Jährigen her, vergewaltigten ihn mehrere male. Sie zwangen ihn den Halter für die Toilettenbürste, in den sie uriniert und gespuckt hatten, leer zu trinken. Er musste sein eigenes Erbrochenes, eine Tube Zahnpasta und eine Mischung aus Wasser, Salz und scharfem Pulver runterwürgen und mehrere Abschiedsbriefe schreiben. Schließlich versuchten die Täter drei bis vier mal, ihr Opfer mit Kabeln aufzuhängen.

Diese seien aber immer wieder gerissen. Allein diese brutale Prozedur dauerte insgesamt fast zwei Stunden, in denen der wehrlose Hermann H. ständig den Tod vor Augen hatte. Erst ein Strick aus Bettlakenstreifen hielt dem Gewicht des 20-Jährigen stand. Damit zwangen die drei jungen Männer ihr Opfer auf einen Eimer vor der Toilettentür und legten ihm die Schlinge um den Hals. Damit der Mord wie ein Selbstmord aussah, habe Hermann den Eimer selbst wegtreten müssen. Als der 20-Jährige bereits an der Tür hing, lösten sie nach 90 Sekunden noch einmal den Strang und schlugen ihn erneut. Noch lebte er. Als sie ihn ein zweites mal ins Leben zurück prügeln wollten, war er bereits tot.

Zwölf Stunden habe der Gewaltakt gedauert, erklärte der Oberstaatsanwalt Fred Apostel. Die drei jungen Männer hätten „weitgehende Geständnisse“ abgelegt. Zum Motiv habe einer der Beschuldigten gesagt, sie hätten einen Menschen sterben sehen wollen. Die drei Täter bekamen Haftstrafen von 15 Jahren mit anschließender Sicherungsverwahrung, 10 Jahren und 14 Jahren, ein eher mildes Urteil.

Bei der Gerichtsverhandlung marschierten die drei Angeklagten sichtlich zufrieden aus dem Gerichtssaal, einer von ihnen konnte nur schwer ein Grinsen unterdrücken. Der zu Tode gefolterte 20-Jährige saß zum ersten mal eine Haftstrafe ab. Wegen exzessivem Drogenkonsum hatte er begonnen durch Einbrüche und Diebstähle Geld dafür zu beschaffen. Er bekam eine Bewährungsstrafe, hielt sich aber nicht an deren Auflagen und wurde somit zu sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Der Bruder von Hermann H. sagte; „Wie kann man nur einen Menschen so aus dem Leben reißen?“ Die beiden Brüder fühlten sich schon als Kinder von ihrer Mutter abgelehnt. Er war jemand dem man helfen musste, weil er mit seinem Leben nicht zurechtkam. Einige seiner Freunde sagten; „Hermann war noch ein Kind und hat Halt bei Erwachsenen gesucht, da er Hilfe brauchte, den richtigen Weg zu finden. „Doch statt Hilfe hat er eine Strafe erhalten, die er mit seinem Leben bezahlte! Der Körper von Hermann H. war mit Hämatomen übersät. Mitarbeiter des Bestattungsunternehmen hatten vergeblich versucht, das geschwollene Gesicht und die Strangulierungsmerkmale mit dickem Make-up zu überschminken.