Dont worry

Das Drama basiert auf der Autobiografie „Don’t Worry, He Won’t Get Far on Foot“ von John Callahan (1951-2010), einem Karikaturist, Künstler und Musiker.

John Michael Callahan wurde am 5. Februar 1951 geboren. Als Kleinkind wurde er adoptiert und wuchs in The Dallas, einer Stadt 80 Meilen östlich von Portland mit seinen fünf Geschwistern auf. Er besuchte ein katholisch-römisches Gymnasium. Als er acht Jahre alt war, wurde er von einer Lehrerin sexuell belästigt. Bereits im Alter von zwölf Jahren begann er damit Alkohol zu trinken, um sich vom Schmerz dieses Missbrauchs abzulenken. Erst mit 27 Jahren hatte er sein Alkoholproblem unter Kontrolle und war clean.

Der in Portland, Oregon, lebende Künstler wurde durch spezielle Themen über körperliche Behinderungen bekannt. Als er 21 Jahre alt ist, kommt es zu einem tragischen Autounfall. Seitdem ist er querschnittgelähmt und kann seine Arme nur eingeschränkt bewegen. Nach diesem Unfall ist John Callahan für immer auf einen Rollstuhl angewiesen.

Als Karikaturist zeichnete er verschiedene Cartoons die sich mit Themen, wie Behinderungen und Krankheiten, was oft als ein Tabu angesehen wurde, zeichnete. Man verglich ihn mit den Karikaturisten William Steig, James Thurber, Richard Condie und Ben Wicks. Seine Cartoons erschienen von 1983 bis zu seinem Tod im Jahr 2010 in Zeitungen wie der Willamette Week. Einige waren über seine Cartoons so schockiert, dass es gelegentlich zu Boykotten und Protesten gegen die Zeitung kam.

John Callahan ließ sich dadurch nicht beeinflussen und verspottete deren Reaktionen. Seine Fans hingegen waren von seinen Zeichnungen begeistert. Mit seinem schwarzen Humor hatte er die Leser schockiert. In seiner Welt ist nichts heilig, nichts ist tabu und nichts lustiger. Der Stand-Up-Comedian Dave Attell sagte; „Wenn es so schlimm ist, warum fühlt es sich dann so gut an?“ John Callahan war auch Songwriter. 2006 veröffentlichte er eine CD mit dem Titel „Purple Winos in the Rain“. Er schrieb und komponierte eigene Texte, war Sänger und spielte Mundharmonika und Ukulele.

Der Karikaturist John Callahan verstarb am 24. Juli 2010 nachdem es zu Komplikationen durch eine Operation gekommen war. Seine Autobiografie „Don’t Worry, weglaufen geht nicht“ ist auch in deutscher Sprache erschienen, wie auch „Du störst!“ und „Deine Stalltür ist offen“.

 

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S.O.S. Titanic

Das Drama beruht auf Geschichte des Luxusschiffes Titanic. Die RMS Titanic war ein britisches Passagierschiff der Reederei White Star Line, das im Jahr 1912 mit einem Eisberg kollidierte und versank.

Es ist der 14. April 1912 als sich der Luxusdampfer auf seiner Jungfernfahrt befindet. Etwa 300 Seemeilen  südöstlich von Neufundland kam es zu dieser Katastrophe. Das Schiff hatte einen Eisberg gerammt, es wurde stark beschädigt und war verloren. Nach etwa 2 Stunden und 40 Minuten versank das Schiff im Nordatlantik.

Der Luxusdampfer lief am 31. Mai 1911 vom Stapel. Mit diesem Schiff wollte man neue Maßstäbe setzen. Die Jungfernfahrt sollte das Prestige der britischen Reederei White Star Line erhöhen. Je nach finanziellen Mitteln der Reisenden konnte man wählen, Erste, Zweite und Dritte Klasse. Komfort wurde in jeder Klasse geboten, wobei man in der Ersten Klasse den besten Service in Anspruch nehmen konnte. Hier wurden weder Kosten noch Mühen gescheut um den Passagieren alles bieten zu können. Luxus wohin man schaut, ein beheizbares Schwimmbecken, eine Squashanlage, Fitnessraum und die luxuriös ausgestatteten Kabinen. Die Dritte Klasse galt seiner Zeit ebenfalls als komfortabel, jedoch war sie für mittellose Auswanderer konzipiert. Damals waren viele Menschen bereit nach Amerika auszuwandern, woran die Reedereien auch verdienen wollten.

An Bord des Schiffes befanden sich 2200 Personen. Nicht alle der Passagierunterkünfte waren belegt. Bei diesem Unglück starben 1514 Menschen. Es mangelte an Rettungsbooten, zudem der Unerfahrenheit der Besatzung mit diesen Booten. Auf dem Schiff befanden sich 20 Rettungsboote und es standen 3560 Rettungswesten zur Verfügung. Wäre das Schiff mit seinen Passagieren voll ausgelastet, dies entspricht in etwa 3300 Personen, hätte man für die Rettung 63 Rettungsboote benötigt. Dennoch entsprach die geringe Anzahl der Boote den gesetzlichen Bestimmungen.

Kapitän des Schiffes war Edward John Smith der bei dem Unglück ebenfalls ums Leben kam. Das Schiff legte in der Hafenstadt Southampton im Vereinigten Königreich ab und war unterwegs in Richtung New York. Frederick Fleed (1887-1965) bemerkte vom Ausguck einen Eisberg. Er gab sofort Meldung an die Brücke, „Eisberg voraus.“  Das eingeleitete Rudermanöver konnte eine Kollision nicht mehr verhindern. Mit voller Fahrt hatte die Titanic diesen auf 300.000 Tonnen geschätzten Eisberg gerammt. Das war ihr Todesurteil.

Nun hieß es Menschenleben zu retten, als Erstes Frauen und Kinder. Immer mehr Wasser drang in den Schiffsbug ein, was zu einem Auseinanderbrechen des Schiffes führte und es in den Tiefen des Meeres verschwand. Die sich in Boote retten konnten wurden zwei Stunden später vom Schiff Carpathia aufgenommen. Viele sind in dem eiskalten Wasser ertrunken. Von den 2200 Personen an Bord, darunter 900 Besatzungsmitglieder, überlebten nur 711 Menschen. Diese Katastrophe ist die Größte in der Geschichte der Seefahrt.

 


Vernehmung der Zeugen  DDR Krimis

Der Film der DEFA beruht auf einer Erzählung der Magdeburger Schriftstellerin Inge Meyer (1929-2009), die durch ihre Kriminalliteratur in der DDR bekannt war. In ihrer Erzählung beschreibt sie einen wahren Mordfall an einem Schüler im Jahr 1974 in dem Dorf Parey an der Elbe, Bezirk Magdeburg.

Im Sommer 1974 wurde ein 16-Jähriger vor einer Gaststätte tot aufgefunden. In einem Zeitungsartikel heißt es; „Der Disco-Mord von Parey – 13 Messerstiche vor dem Tanzlokal“. Es ist der 7. Juni 1974, gegen 23.15 Uhr, als Jugendliche bei der ortsansässigen Ärztin klingeln und ihr mitteilen, dass es vor der Gaststätte eine Messerstecherei gegeben habe und jemand verletzt am Boden liege. Die Ärztin macht sich sofort auf den Weg und stellt bei dem Verletzten mehrere Stichwunden fest.

Ihre Bemühungen waren vergebens, man brachte ihn in ein Krankenhaus nach Genthin, wo er kurz darauf verstarb. Mehrere Stichwunden, bis zu zwölf Zentimeter tief, haben zum Tod des Jugendlichen geführt. Auch die Polizei ist bereits informiert, die ihre Ermittlungen aufnimmt. Die Meldung geht bis nach Magdeburg. Die bezirkliche Untersuchungskommission übernimmt diesen Fall. Noch in der selben Nacht kommt ein Tatverdächtiger in Gewahrsam. Er wurde von einem weiteren Jugendlichen gestellt. Der Täter ist der Sohn der Ärztin. Die Eltern waren 1967 von Berlin nach Parey gezogen, was auch zu Kontaktschwierigkeiten ihres Sohnes in der Schule führte.

An diesem Abend fand in der Gaststätte eine Jugendveranstaltung statt, bei der mehr als 150 Jugendliche anwesend waren. Bislang war alles ruhig verlaufen, bis sich jemand das Mikrofon des DJs schnappt und sagt; „draußen ist jemand niedergestochen worden“. Man glaubt ihm nicht, bis einige vor die Tür eilen und tatsächlich jemanden schwer verletzt am Boden vorfinden. Ein Jugendlicher ruft einen Namen, den er als Täter beschuldigt, läuft ihm nach und kann ihn greifen. Der Jugendliche trägt ein Messer und er ist blutverschmiert.

Zwischen Täter und Opfer kam es bereits in der Gaststätte zu einem Konflikt. Einige der Gäste konnten sie auseinander bringen. Nun flogen die Fäuste zwischen den beiden Streithähnen, bis sie vor die Tür gingen und einer zu Boden fiel. Auch in der Schule kam es immer wieder zu Streitereien und Konflikten zwischen den beiden. Der Tatverdächtige wird von der Polizei vernommen und er gibt an, dass es oft Streit gegeben habe. Während der Schlägerei vor der Gaststätte habe er dann sein Messer gezogen. Danach ist er auf den Weg zu seiner Mutter, doch er wird von einem Jugendlichen gestellt.

Der Täter entschuldigt sich in einem Brief an seine Mutter, in dem er seine Tat bereut. Er habe stets Gewalt abgelehnt und hoffe nun auf eine gerechte Strafe. Im Oktober 1974 kommt es zum Prozess, bei dem der Täter zu acht Jahren Haft verurteilt wurde. Während der Haft kommt es zu mehreren Selbstmordversuchen. Daraufhin wurden spezielle Sicherungsmaßnahmen festgelegt. Im Juni 1982 wird er in den Bezirk Frankfurt/Oder entlassen. Sein Antrag im Jahr 1992, das Urteil wegen Mordes aufzuheben, wurde abgelehnt.

 


Hunde wollt ihr ewig leben

Thematisiert wird die Schlacht von Stalingrad. Als Vorlage für den Film diente das Buch „Hunde, wollt ihr ewig leben“ des Autors Fritz Wöss (1920-2004), dieser selbst im Zweiten Weltkrieg diente.

Als Batterieführer wurde Fritz Wöss im Dezember 1941 bei Kämpfen nahe der Stadt Wolchowstroj verwundet. Man brachte ihn in ein Lazarett. Nach seiner Genesung schickte man ihn an die Ostfront. Während der Schlacht von Stalingrad dient er als Verbindungsoffizier der 20. rumänischen Division. Nach der russischen Offensive geriet Fritz Wöss im Januar 1943 in sowjetische Kriegsgefangenschaft und kehrte 1948 wieder heim.

Im Vordergrund steht zudem die Unmenschlichkeit und die Sinnlosigkeit von Entscheidungen. Die einfachen Soldaten haben erkannt, dass sie dem Gegner chancenlos ausgeliefert sind. Die Offiziere, die den Befehlen Adolf Hitlers folgten, glaubten noch immer an einen Sieg. Der Oberbefehlshaber der 6. Armee, Friedrich Paulus (1890-1957), erbat die Einstellung der Kämpfe und den Rückzug seiner Truppen. Selbst er hatte erkannt, angesichts der mangelnden Versorgung, Hunger, Kälte und Seuchen, das man diese Schlacht nicht gewinnen kann. Hitlers Befehl ließ nicht lange auf sich warten, die Front dürfe um keinen Meter zurückgenommen werden. 

Die Konfliktparteien waren; Deutsches Reich, Rumänien, Italien, Kroatien, Ungarn, mit einer Truppenstärke von etwa 850.000 Man –  gegen die Truppen der Sowjetunion, mit einer Truppenstärke von etwa 1.700.000 Mann – dementsprechend überlegen.

Es begann der Vormarsch – Operation Blau; Ziel war es die sowjetischen Ölfelder im Kaukasus einzunehmen. Stalingrad war für die Sowjets von großer Bedeutung, direkt an der Wolga gelegen war die Stadt wichtigster Nachschubweg für Rüstungsgüter. Die Eroberung sollte diesen Transportweg unterbinden und ein weiteres Vorstoßen der Wehrmacht in den Kaukasus sichern. Die 6. deutsche Armee (ca. 250.000 Mann) unter General Paulus erhielt Unterstützung von der 4. Panzerarmee unter Generaloberst Hoth mit unterstellten rumänischen Verbänden. Starker sowjetischer Widerstand sowie Treibstoffmangel führten zu einer Verzögerung um mehrere Wochen. Am 12. September verlangte Hitler die Einnahme Stalingrads.

  • Der Schlachtverlauf;
  • 1. Phase; Angriff der 6. Armee – massiver deutscher Luftangriff mit 600 Maschinen. Dies führte zum Tod Tausender Zivilisten, welche auf Befehl Stalins nicht evakuiert werden sollten. Die deutsche Luftwaffe warf ungefähr eine Million Bomben auf die Stadt ab.
    Die sowjetische Armee verfügte über etwa 1.000.500 Mann, 13541 Geschütze, 894 Panzer und 1115 Flugzeuge.
  • 2. Phase; Operation Uranus – Einkesselung der 6. Armee. Die deutschen Streitkräfte wurden von der sowjetischen Armee eingeschlossen. Die deutsche Luftwaffe konnte wegen schlechten Wetters nicht eingreifen. Den Angriff der roten Armee konnte man nicht stoppen.
  • 3. Phase; Eroberung des Kessels – Kesselschlacht – Die 6. Armee war völlig von sowjetischen Truppen eingeschlossen. Man versuchte eine Versorgung aus der Luft, benötigter Mindestbedarf 550 Tonnen täglich. Auf Grund der Wetterbedingungen erreichte man nur durchschnittlich 94 Tonnen pro Tag. Die Rationen der Soldaten wurden halbiert. Brotzuteilung anfangs 300 Gramm-später 60 Gramm pro Mann. Viele starben an Unterernährung und Unterkühlung. Die Versorgung aus der Luft brach immer mehr zusammen, da auch ein Abtransport der Verwundeten erfolgen musste.
    Das Ende der 6. Armee; Am 8. Januar 1943 lehnte Paulus die Aufforderung zur Kapitulation ab.

Am 10. Januar begann die letzte Großoffensive der Sowjets gegen die Reste der 6. Armee. Der Nordkessel mit 21 deutschen und zwei rumänischen Divisionen kapitulierte am 2. Februar 1943. Die Folgen und Verluste; Etwa 150.000 deutsche Soldaten starben in Kämpfen oder infolge des Hungers bzw. der Kälte. Rund 108.000 Mann gerieten in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der nur 6000 Überlebende bis 1956 in ihre Heimatländer zurückkehrten. Verluste insgesamt; ca. 841.000.
Verluste der Sowjets werden auf ca. 1.130.000 geschätzt. Stalingrad hatte eine halbe Million Einwohner – nach dem Krieg, weniger als 8000.

 


Leto

Leto ist ein Porträt der sowjetischen Rockszene der 1980er Jahre, in deren Zentrum der junge Musiker Viktor Zoi (1962-1990) steht. Gezeigt wird die wahre Geschichte rund um die legendäre Rockband „Kino“ mit ihrem Sänger Viktor Zoi, dieser gemeinsam mit Alexei Rybin 1981 die Band „Garin i giperboloidy“ gründet, diese sie später in „Kino“ umbenennen.

1982 entsteht ihr erstes Album. Nach einigen Auftritten kommt es zur Auflösung der Band, bis sie sich 1984 neu formieren. Auch hier ist Viktor Zoi als Sänger und Gitarrist dabei, außerdem Juri Kasparian als Gitarrist, am Schlagzeug Georgi Gurjanow und Alexander Titow mit der Bassgitarre. Die Band tritt beim Rock-Festival in Leningrad auf und veröffentlicht im selben Jahr ihr Album „Der Kamtschatka-Chef“. Nach ihrer Tour verlässt Alexander Titow die Band und wird durch Igor Tichomirow ersetzt. Mehrere Alben werden veröffentlicht und „Kino“ wird zu einer der beliebtesten Bands in der Sowjetunion. 1989 spielt die Band in Frankreich und Dänemark und sie touren durch die gesamte Sowjetunion.

Der Frontmann Viktor Zoi sagte; „Meine Songs bedeuten mir sehr viel und ich möchte damit versuchen, meine Gefühle mit den Fans zu teilen.“ Er war einer der populärsten Musiker und der Höhepunkt seiner Karriere und die der Band waren erreicht. Am 15. August 1990 kommt es in Tukums, Lettland, zu einem tragischen Verkehrsunfall, bei dem Viktor Zoi ums Leben kam. Er hatte die Kontrolle über seinen Wagen verloren und einen Bus gerammt.

Viktor Robertowitsch Zoi wurde am 21. Juni 1962 in Leningrad geboren. Die Eltern waren Robert Maximowitsch Zoi, der aus Korea stammte und die Russin Walentina Wassiljewna. Gemeinsam mit Maxim Paschkow gründet er 1974 eine Band. 1987 feiert er mit der Band „Kino“ den Durchbruch. Seine Songs griffen unter anderem soziale Probleme auf. Ihre Musik wurde oft mit der von Depeche Mode und Joy Division verglichen. Diese Bands hatten auch direkten Einfluss auf „Kino“. Man orientierte sich zudem am Sound von Duran Duran. Alle ihrer Songs wurden von Viktor Zoi geschrieben. Nach seinem tragischen Tod hatten die Bandmitglieder das angefangene Album fertiggestellt. In den Jahren 1992 und 2000 folgten weitere Alben.

 


Bugsy

Gezeigt wird das Leben von Benjamin „Bugsy“ Siegel (1906-1947) und seiner Beziehung zu Virginia Hill (1916-1966). Beide hatten Verbindungen zur organisierten Kriminalität. Der Mobster Bugsy Siegel zählte zu den berüchtigsten und gefürchtetsten Gangstern seiner Zeit. Man beschrieb ihn als attraktiv und charismatisch, was den Gangster auf die Titelseiten verschiedener Zeitungen brachte.

Bugsy Siegel wurde am 28. Februar 1906 als Benjamin Hymen Siegelbaum in Brooklyn, New York City, geboren. Seine Eltern Max Siegel und Jennie Siegel, geborene Riechenthal, waren jüdische Einwanderer aus Letischew, Russisches Kaiserreich. Bereits als Kind machte er Bekanntschaft mit Kleinkriminellen. Die Eltern arbeiten beide für nur sehr magere Löhne.

Er verließ die Schule und schloss sich einer Gang an, die ihr Revier an der Lower East Side, Manhatten, hatte. Seine kriminellen Aktivitäten beschränkten sich zunächst auf Diebstähle, bis er den Gangster und Geschäftsmann Moe Sedway (1894-1952) traf, mit dem er verschiedene Leute erpresste, um so an Geld zu kommen. Bugsy Siegel war bereits vorbestraft, bewaffneter Raub, Vergewaltigung und sogar ein Mord wurde ihm nachgesagt. Die kleine Gruppe widmete sich dem Glücksspiel und Autodiebstählen.

Während seiner Jugendzeit kommt es zu einer Freundschaft mit Meyer Lansky (1902-1983), bekannt als der „Mob Accountant“. Dieser war bereits mit Lucky Luciano befreundet und rekrutierte Bugsy Siegel für ihre Gangsterbande. Beide wurden bekannt, als sie Mitglieder verschiedener rivalisierender Banden verschwinden ließen, wobei man auch Morde nicht ausschließen kann. Sie klauten die Schnapsladungen der konkurierenden Gangs.

Bugsy Siegel zögerte nie als Gefahr drohte, ihm wurde sehr viel Mut nachgesagt. Er war auch ein Jugendfreund von Al Capone (1899-1947). Als es einen Haftbefehl gegen Capone wegen einer Mordanklage gab, durfte sich dieser bei einer Tante von Bugsy Siegel verstecken. Der Mobster verdiente nun sehr viel Geld, was er auch zur Schau stellte, allein seine auffällige Kleidung. Er kaufte eine Wohnung im Hotel Waldorf Astoria in New York. Seine Jugendliebe Esta Krakower heiratet er am 28. Januar 1929. Das Paar bekommt die beiden Töchter Millicent und Barbara. Die Ehe scheitert und endete 1946.

Ende der 1930er Jahre schickte man Bugsy Siegel nach Kalifornien um hier den kriminellen Aktivitäten nachzugehen. In Hollywood macht er Bekanntschaft mit gefragten Filmstars und Filmbossen. Er hatte mehrere Beziehungen mit Schauspielerinnen. Auch hier hatte er einen Plan, die Filmstudios zu erpressen. Wegen Mordes musste sich Bugsy Siegel 1941 vor Gericht verantworten. Der Prozess erlangte Aufmerksamkeit, da man ihn bevorzugt behandelte. Ein Jahr darauf wurde er aufgrund mangelnder Beweise freigesprochen.

1945 zog es ihn nach Las Vegas und suchte nach neuen illegalen Geschäften. Er kauft ein Kasino, baut es um und nennt es „The Flamingo Hotel“. Finanzielle Unterstützung fand er bei seinen Freunden der Cosa Nostra. Aus anfänglich einer Million wurden nun jedoch sechs Millionen Dollar, die er sich geliehen hatte. Als das Hotel floppte, wollte man ihn aus dem Weg schaffen. Sein Freund Meyer Lansky versuchte dies zu verhindern, doch er scheiterte. In der Nacht vom 20. Juni 1947 wurde Bugsy Siegel in Beverly Hills ermordet. Dieses Verbrechen bleibt ungeklärt. Nach seiner Ermordung wurde das Flamingo von Moe Sedway und Gus Greenbaum (1894-1958) geleitet. Das Hotel brachte enorme Gewinne.

Seine Partnerin Virginia Hill war vier Tage zuvor nach Paris gereist, was zu Spekulationen führte, sie hätte man gewarnt. Virginia Hill starb am 24. März 1966 im Alter von 49 Jahren, an einer Überdosis Schlafmittel, in der Nähe von Salzburg, Österreich.

 


Der Arzt von Stalingrad

Als Vorlage für den Film diente der Erfolgsroman „Der Arzt von Stalingrad“ von Heinz Günther Konsalik. Buch wie auch der Film orientieren sich an der Geschichte von Dr. Ottmar Kohler (1908-1979), einem Arzt und Chirurgen, der die deutschen Soldaten während ihrer Kriegsgefangenschaft medizinisch betreut hatte.

Ottmar Kohler wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen und diente bei der 60. Infanterie-Division (mot.). Dieser Großverband des Heeres entstand nach dem Überfall auf Polen und war an Feldzügen in Frankreich, dem Balkan und Russland beteiligt. Die Division näherte sich im Herbst 1942 Stalingrad, wo am 23. August 1942 die Schlacht von Stalingrad begonnen hatte, diese bis zum 2. Februar 1943 dauerte. Diese Schlacht endete mit einem Sieg der Sowjetunion.

Während dieser Schlacht verrichtete Ottmar Kohler seinen Dienst als Stabsarzt. Nachdem die 6. Armee unter Generalfeldmarschall Friedrich Paulus (1890-1957) kapitulierte, kam Ottmar Kohler Anfang 1943 in Kriegsgefangenschaft. Er verbrachte die Gefangenschaft in mehreren Lagern. In einem dieser Lager, nahe Stalingrad, arbeitet er als Arzt. Chirurgische Instrumente finden sich hier nicht und er muss improvisieren. Medikamente waren Mangelware, er stellte selbst dringend benötigte Heilmittel her.

So konnte er helfen und heilen, was sich schnell bei den russischen Offizieren rumgesprochen hat, die sich selbst von ihm behandeln ließen. Auch die russischen Soldaten, selbst die Zivilbevölkerung, ließen sich von ihm ärztlich versorgen. Dies brachte ihm den Namen „Engel von Stalingrad“ ein. Aufgrund einer angeblichen abfälligen Bemerkung über die Oktoberrevolution wurde er vor Gericht gestellt und zu 10 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. Er selbst sagte später, nur ein Jahr Zwangsarbeit verrichtet zu haben. Die restliche Zeit war er als Arzt tätig.

Insgesamt elf Jahre verbringt Ottmar Kohler in russischer Kriegsgefangenschaft und kehrt an Silvester 1953 nach Deutschland zurück. Er arbeitet als Chirurg an der Kölner Uniklinik und am städtischen Krankenhaus in Idar-Oberstein. Ottmar Kohler verstarb am 27. Juli 1979.