Barry Seal

Gezeigt wird die Geschichte von Barry Seal (1939-1986), einem amerikanischen Piloten, der zu einem der bedeutendsten Drogenschmugglern für das Medellin-Kartell wurde. Um sich einer Gefängnisstrafe zu entziehen, wurde Barry Seal ein Informant für die Drug Enforcement Administration (DEA). Da er mehrere Aussagen machte, wurde Barry Seal am 19. Februar 1986 von Auftragsmördern, diese vom Drogenboss und Chef des Medellin-Kartells, Pablo Escobar, angeheuert wurden, ermordet.

Barry Seal wurde am 16. Juli 1939 in Baton-Rouge, Louisiana, geboren. Die Eltern waren Mary Lou Seal, geborene Delcambre und Benjamin Curtis Seal, einem Großhändler für Süßwaren. Bereits als Teenager faszinierte ihn das Fliegen. Sein Fluglehrer sah in ihm einen begabten Piloten. Bereits mit 16 Jahren erhielt er seinen Flugschein.

1961 trat er der Nationalgarde bei und diente 6 Jahre in der 20. Special Forces Group. Er absolvierte die Airborne School der US-Army. Danach kam Barry Seal zur großen Fluggesellschaft TWA. Hier wurde er Flugkapitän, einer der jüngsten Kapitäne überhaupt, auf einer Boing 707. Seine Karriere endete 1972 bei der TWA, nachdem man ihn wegen Beteiligung an einer Verschwörung verhaftet hatte. Der Fall wurde 1974 aufgrund des Fehlverhaltens der Staatsanwälte abgewiesen. Barry Seal wurde dennoch von der TWA gekündigt.

1976 begann er damit kleinere Mengen Marihuana zu schmuggeln. Bis 1978 entschied er sich für den Schmuggel von Kokain, für ihn ein sehr profitables Geschäft. Im Dezember 1979 wurde Barry Seal in Honduras verhaftet. Obwohl die Polizei kein Kokain fand, nur ein Gewehr, hielt man ihn bis Juli 1980 in Haft. Wieder auf freiem Fuß, beginnt er erneut Drogen zu schmuggeln. Diesmal sollte es im größerem Stil sein. Er heuert seinen ehemaligen Schwager, William Bottoms, an. Er soll das Kokain schmuggeln, während er sich mit der Planung und Organisation beschäftigt.

Barry Seal kam somit später als Pilot und Drogenschmuggler zum Medellin-Kartell. Er transportierte Kokain aus Kolumbien und Panama in die Vereinigten Staaten. Damit verdiente er Millionen von Dollar. Pro Flug machte er bis zu 1,3 Millionen. Der Verkaufswert seiner importierten Drogen wird auf bis zu fünf Milliarden Dollar geschätzt. Die DEA war ihm längst auf den Fersen und man konnte ihn verhaften. Es kam zur Anklage und man verurteilte ihn zu 10 Jahren Haft. Man einigte sich auf einen Deal. Barry Seal solle als Informant für die DEA arbeiten, im Gegenzug würde man die Haftstrafe reduzieren.

Im März 1984 war er als Informant für die DEA tätig, für die Behörden diente er auch als Kronzeuge. Unter anderem machte er Fotos von Pablo Escobar und seinen Männern, die gerade dabei waren ein Flugzeug mit Kokain zu beladen. 1986 wurde Barry Seal auf offener Straße in Baton Rouge von kolumbianischen Auftragsmördern erschossen. Die Täter konnten gefasst und verurteilt werden. Der Generalstaatsanwalt sagte, man habe es versäumt Barry Seal ausreichend zu schützen. Man erklärte ebenfalls, er habe sich selbst in Gefahr gebracht, da er sich weigerte Schutzmaßnahmen anzunehmen.

 

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Gettysburg

Der Film beruht auf Ereignissen während der Schlacht von Gettysburg, vom 1. Juli bis zum 3. Juli 1863, einem Kriegsschauplatz während des Amerikanischen Bürgerkriegs (1861-1865). Als Vorlage diente der historische Roman „The Killer Angels“ des Autors Michael Shaara.

Die Geschichte wird aus Sicht verschiedener Protagonisten erzählt. Zu diesen Personen zählen die Offiziere; Joshua Lawrence Chamberlain (1828-1914), einem Politiker und General des US-Heeres während des Bürgerkriegs, der General James Longstreet (1821-1904), Oberst Robert Edward Lee (1807-1870) und der Kommandeur der Army of the Potomac John Buford (1826-1863).

Während des Amerikanischen Bürgerkriegs kommt es zur Schlacht von Gettysburg, rund um die gleichnamige Stadt im Bundesstaat Pennsylvania, zwischen den Armeen der Nordstaaten und den Konföderierten, den vereinigten Südstaaten. Der Amerikanische Bürgerkrieg ist auch bekannt als Sezessionskrieg, dieser aus einer sozialen und politischen Spaltung zwischen Nord- und Südstaaten entfacht wurde. Auslöser war hauptsächlich die Sklaverei, im Norden wollte man diese abschaffen, während man sich in den Südstaaten für die Sklaverei entschieden hatte.

So kommt es zur Schlacht von Gettysburg, einer der blutigsten Schlachten mit über 50.000 Opfern auf beiden Seiten, darunter knapp 6.000 Gefallene. Dies führte zu einem Wendepunkt des Krieges, auch wenn dieser noch zwei weitere Jahre andauerte. Die Army of Northern Virginia, ein Großverband des Heeres der Konföderierten, unter dem Kommando von Robert Edward Lee, war in diesem Moment ausreichend überlegen um das Gefecht zu ihren Gunsten entscheiden zu können. Doch es kam zu Fehlern und Problemen, fehlende Aufklärung, mangelnde Konzentration und Koordinationsprobleme führten zum Verlust der strategischen Offensivkraft.

Die Konföderierten waren geschlagen, jedoch nicht besiegt worden. Robert Edward Lee formierte seine Truppen neu und sie kämpfte noch zwei weitere Jahre, bis zum Ende des Amerikanischen Bürgerkriegs. Der Sezessionskrieg endete mit der Kapitulation der Konföderierten, der Nord-Virginia Armee. Die Kapitulationsurkunde wurde am 9. April 1865 im Appomattox Court House unterzeichnet. Die letzten Truppen der Konföderierten kapitulierten am 23. Juni 1865. Die Vereinigten Staaten waren nun wieder gefestigt und vereint. Dies war der Aufstieg zur Großmacht.

Am 19. November 1863 hielt der US-Präsident Abraham Lincoln (1809-1865) seine wohl berühmteste Rede, bekannt als Gettysburg Adress, anlässlich der Einweihung des Soldatenfriedhofs auf dem Schlachtfeld von Gettysburg. Während des Amerikanischen Bürgerkriegs waren über 30.000 Soldaten der Nord- und Südstaaten gefallen oder verwundet worden. Die Nordstaaten hatten gesiegt, die Sklaverei abgeschafft und die Union wiederhergestellt.

Die Schlacht von Gettysburg war ein Teil dieses Krieges, zudem die Schlacht von Vicksburg, vom 19. Mai bis 4. Juli 1863, die Schlacht von Chattanooga, diese vom 23. Juni bis 25. November 1863 andauerte, die Schlacht von Antietam am 17. September 1862 und die Schlacht von Perryville am 8. Oktober 1862.

 


Hilde

Der Film basiert auf dem Leben von Hildegard Knef (1925-2002), ihrer Autobiografie „Der geschenkte Gaul.“ Hildegard Knef war eine deutsche Schauspielerin und Sängerin, geboren am 28. Dezember 1925 in Ulm, als Hildegard Frieda Albertine Knef.

Als ihr Vater Hans Theodor Knef an Syphilis verstarb, zog sie mit ihrer Mutter Frieda Auguste nach Berlin. Die Mutter heiratete 1933 erneut, den Schuhmachermeister und Lederfabrikanten Wilhelm Wulfestieg. 1936 wurde ihr Halbbruder Heinz Wulfestieg geboren. Er verstarb im Alter von 41 Jahren.

Hildegard Knef besuchte in Berlin-Schöneberg eine Mittelschule. Mit 15 Jahren begann sie eine Ausbildung als Zeichnerin in der Trickfilmabteilung des Filmunternehmens UFA. Der Schauspieler und Regisseur, und damaliger Filmchef der UFA, Wolfgang Liebeneiner (1905-1987), wurde auf sie aufmerksam und verschaffte ihr eine Ausbildung zur Schauspielerin. Ausgebildet wurde sie von Else Bongers (1898-1981), der neuen Chefin der UFA und Leiterin des UFA-Nachwuchstudios, zudem von Karl Meichsner. Else Bongers wurde ihre lebenslange Beraterin und Mentorin.

1944 kommt es zu einer Affäre mit Ewald von Demandowsky, dem Produktionschef der Tobis Tonbild-Syndikat AG. Es folgten ihre ersten Film- und Theaterrollen. Erstmals trat sie in dem Film „Unter der Brücke“ auf, dieser 1944 entstand. Internationale Bekanntheit erlangte sie mit ihrer Rolle im ersten Nachkriegsfilm „Die Mörder sind unter uns.“ 1947 heiratet sie Kurt Hirsch, der in Hollywood als Agent für Schauspieler tätig war. Während sie am Theater spielte, synchronisierte sie nebenbei sowjetische Filme für die DEFA.

Für ihre Rolle im 1947 entstandenen Film „Film ohne Titel“ erhielt sie den Preis als beste weibliche Darstellerin. Hildegard Knef wurde zum ersten großen deutschen Nachkriegsstar. Daraufhin machte Hollywood ihr ein Angebot, sie möge in die USA kommen. Sie wird zwar gut bezahlt, erhält jedoch keinerlei Rollen. 1950 wurde sie amerikanische Staatsbürgerin. Noch im selben Jahr kehrt sie nach Deutschland zurück.

Diesmal erhält sie eine Rolle im Film „Die Sünderin“, dieser ihr zu ihrem Durchbruch verhalf. 1951 wurde ihre erste Schallplatte „Ein Herz ist zu verschenken“ veröffentlicht. Zurück in Hollywood debütierte sie am Broadway. 1953 trennt sie sich von Kurt Hirsch. Im Jahr 1957, wieder in Deutschland, floppte ihre Filmkarriere, woraufhin sie in England und Frankreich drehte. 1962 heiratet sie den britischen Schauspieler David Cameron. 1976 kommt es auch hier zur Trennung. Ein Jahr darauf wird Paul Rudolf Freiherr von Schell zu Bauschlott ihr neuer Ehemann. Mit ihm ist sie bis zu ihrem Tod liiert.

Bereits 1970 veröffentlichte sie ihre Autobiografie „Der geschenkte Gaul.“ Kurze Zeit darauf erschienen mehrere Musikalben, die sich ab 1977 nur noch schleppend verkauften. 1982 zieht sie mit ihrem Ehemann und der Tochter nach Los Angeles. 1987 feierte sie ihr Comeback am Berliner Theater des Westens in einem Musical Cabaret. Sie war an Krebs erkrankt und es kam zu einer regelrechten Schlacht der Presse. 1989 zieht sie wieder nach Deutschland. Es folgten zahlreiche Ehrungen für ihr Lebenswerk. Im Jahr 2001 wurde sie wieder deutsche Staatsbürgerin. Hildegard Knef verstarb am 1. Februar 2002 im Alter von 76 Jahren an einer Lungenentzündung.

 


Public Enemy

Die Fernsehserie basiert, wenn auch sehr lose, auf dem Serienmörder Marc Dutroux, einem belgischen Kriminellen und Kinderschänder, der für den Tod von mindestens elf Menschen verantwortlich ist.

Marc Dutroux wurde 1989 wegen Entführung und der Vergewaltigung von fünf jungen Mädchen verurteilt. Das jüngste der Mädchen war gerade mal 11 Jahre alt. Seine damalige Frau Michele Martin hatte ihn bei seinen Taten unterstützt. Nach drei Jahren Haft wurde Marc Dutroux freigelassen.

Bereits 1986 wurde Marc Dutroux verhaftet und inhaftiert. 1989 kam es zu einer Verurteilung zu dreizehneinhalb Jahren Haft. Seine Frau wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt. Im April 1992 entschied der belgische Justizminister Melchior Wathelet, ihn auf Bewährung zu entlassen. Er hatte die vorzeitige Freilassung vieler Sexualstraftäter gefordert, was das Europäische Parlament dazu bewegte seinen Rücktritt zu fordern. Melchior Wathelet war selbst im kriminellen Ring des Kindesmissbrauchs organisiert und nach Zeugenaussagen im Fall Marc Dutroux verwickelt.

Marc Dutroux war ein freier Mann, auf Bewährung entlassen. Seine Mutter schrieb einen Brief an die Behörden, in dem sie ihre Sorge betonte, das ihr Sohn junge Mädchen in seinem Haus gefangen hält. Ihm war es gelungen einen Psychiater davon zu überzeugen, das er psychisch krank sei. Das brachte ihm eine Rente und zudem Verschreibungen von Medikamenten, diese er später auch seinen Opfern verabreichte.

Am 24. Juni 1995 wurden die beiden achtjährigen Mädchen Julie Lejeune und Melissa Russo entführt, wahrscheinlich von Dutroux und in seinem Keller eingesperrt. Er missbrauchte die Mädchen mehrfach, filmte das Geschehen und fertigte pornografische Videos. Am 22 August 1995 entführt Dutroux den 17-jährigen An Marchas und die 19-jährige Eefje Lambrecks. Die beiden fesselte er an einem Bett in einem Zimmer seines Hauses. Im Keller befanden sich noch die beiden anderen Mädchen. Seine Frau hatte von allem Kenntnis.

Im Jahr 1995 wurde Marc Dutroux wegen der Beteiligung des Diebstahls eines Luxusautos verhaftet. Er verbrachte drei Monate in Untersuchungshaft. Obwohl die Polizei sein Haus durchsuchte, wurde man auf die beiden Mädchen im Keller nicht aufmerksam. Seine Frau fütterte lieber den Schäferhund ihres Mannes, anstatt sich um die Mädchen zu kümmern und ihnen etwas Essen zu bringen. Sie gab später an, sie hatte Angst in den Keller zu gehen. Die beiden Mädchen starben, sie verhungerten. Die beiden Leichen wurden im Garten vergraben.

Nachdem Marc Dutroux entlassen wurde, entführt er am 28. Mai 1996 die 12-jährige Sabine Dardenne und sperrt sie in seinen Keller. Am 9. August 1996 entführten er und sein Komplize Michel Lelièvre die 14-jährige Laetitia Delhez. Ein Zeuge hatte die Entführung beobachtet und sich das Kennzeichen notiert. Am 13. August 1996 wurden Marc Dutroux, seine Frau und Michel Lelièvre verhaftet. Marc Dutroux und Michel  Lelièvre waren geständig und er führte die Beamten zu diesem Keller. Hier wurden am 15. August 1996 die beiden Mädchen Sabine Dardenne und Laetitia Delhez gefunden.

Am 17. August führte Dutroux die Beamten zu einem weiteren Wohnsitz. Hier fand man die Leichen der beiden Mädchen die im Garten vergraben wurden, sowie den Leichnam seines Komplizen Bernard Weinstein. Am 3. September fand man die Leichen von An Marchal und Eefje Lambrecks unter einer Hütte neben dem Haus. Man fand zahlreiche Videos seiner Misshandlungen und Vergewaltigungen. Es gab Kritik an den polizeilichen Ermittlungen und Vorwürfe, man habe vieles vertuschen wollen. Man spricht von Schlamperei und Inkompetenz. Für viele ein Skandal.

Im Jahr 2004 wurde Marc Dutroux erneut für schuldig befunden. Der Tatvorwurf lautete, in den Jahren 1995 bis 1996 sechs Mädchen im Alter von 8 bis 19 Jahren entführt, gefoltert und sexuell missbraucht zu haben. Vier der Mädchen haben dies nicht überlebt. Seine Ehefrau Michele Martin wurde als Komplizin verurteilt. Außerdem machte man Marc Dutroux für den Tod seines Komplizen Bernard Weinstein verantwortlich.

Marc Dutroux wurde zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, seine Frau zu 30 Jahren und Lelièvre zu 25 Jahren Haft. Michelle Martin wurde vorzeitig auf Bewährung entlassen. Dutroux war im Besitz von sieben Häusern, von denen er vier für seine Taten nutzte. Er ist Vater von fünf Kindern, war von 1976 bis 1983 mit Francoise D. und von 1989 bis 2003 mit Michelle Martin verheiratet.

 


Robert Koch

Als Vorlage für den Film „Robert Koch, der Bekämpfer des Todes“, einer Auftragsproduktion der Nationalsozialisten, diente das Buch „Robert Koch, Roman eines großen Lebens“ von dem in Nordhausen geborenen Hellmuth Unger. Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet. Gezeigt wird die Geschichte des deutschen Mediziner, Mikrobiologen und Hygieniker Robert Koch (1843-1910).

Robert Koch wurde am 11. Dezember 1843 in Clausthal geboren. Im Alter von vier Jahren brachte er sich selbst das Lesen und Schreiben bei. Die Eltern Hermann Koch (1814-1877) und Mathilde Koch, geborene Biewend (1818-1871), hatten insgesamt 13 Kinder, von denen zwei verstarben. Sein Vater war im Bergbau im Oberharz tätig.

Ab 1848 unterrichtete ein Privatlehrer den fünfjährigen Robert. Ein Jahr darauf besuchte er das Gymnasium in Clausthal, der heutigen Robert-Koch-Schule in Clausthal-Zellerfeld. Sein Großvater zeigte ihm den Umgang mit einem Mikroskop. Nach dem Abitur studierte er ab 1862 Philologie in Göttingen. Er entschied sich jedoch zur Medizin zu wechseln. 1866 schloss er sein Studium ab.

Im gleichen Jahr verlobt er sich mit Emmy Fraatz, die er ein Jahr darauf heiratet. Das Paar bekommt eine Tochter. In Hamburg und Hannover praktiziert Robert Koch bis 1871 als Arzt, außerdem in Potsdam und Rakwitz. Während des Deutsch-Französischen Krieges meldet er sich freiwillig und ist im Lazarett tätig. Von 1872 bis 1880 arbeitet Robert Koch als Kreisarzt in Wollstein.

Seine Karriere begann als gewöhnlicher Hausarzt in der Provinz und endete als Nobelpreisträger und gefeierter Mediziner. Bei der gefürchteten Tierseuche Milzbrand kann er erstmals spezifische Krankheitserreger nachweisen. Diese Seuche konnte auch den Menschen befallen. Es folgten mikroskopische Studien, er perfektionierte die Mikroskopie, um allgemeine Untersuchungen zu verbessern.

Im Jahr 1880 geht er nach Berlin und ist Beamter am Kaiserlichen Gesundheitsamt. 1881 erscheint seine Publikation über die verbesserte Züchtungsmethode von Bakterienkulturen. Ein Jahr später gelingt ihm der Nachweis des Tuberkulose-Bakteriums. Bislang starb jeder zweite Patient an Tuberkulose. Seine Entdeckung bietet völlig neue Möglichkeiten einer Therapie.

Robert Koch wird zum Regierungsrat ernannt. Im Auftrag der britischen Regierung leitet er eine Expedition nach Indien, mit dem Forschungsschwerpunkt der Choleraepidemie. Ihm gelingt der Nachweis dieses Erregers. Gleichzeitig widmet er sich der Bekämpfung.

1885 wird er als Professor an die Berliner Universität berufen. Später stellt er das Tuberkulin vor, von dem er sich eine Heilung der Tuberkulose verspricht. Ein Institut wird eröffnet, das heutige Robert-Koch-Institut. 1893 trennen sich er und seine Frau. Er heiratet erneut, die 17-jährige Hedwig Freiberg. Es folgen weitere Forschungsreisen, er beschäftigt sich mit der Pest und Malaria. 1905 erhielt Robert Koch den Nobelpreis. Er verstarb am 27. Mai 1910 in Baden-Baden.

 


Der Angriff der leichten Brigade

Der Film zeigt die Attacke der Leichten Brigade während des Krimkrieges (1853-1856). Während der Schlacht von Balaklawa griffen 673 britische Soldaten die gesamte russische Armee an.

Der Krimkrieg war eine Auseinandersetzung zwischen dem russischen Kaiserreich und den Verbündeten, den Briten, Franzosen und dem Osmanischen Reich. Zur Schlacht von Balaklawa kam es am 25. Oktober 1854. Der russischen Armee war es gelungen, einige der Kanonen ihrer Gegner zu erobern. Der britische Oberbefehlshaber Lord Raglan, Fitzroy James Henry Somerset (1788-1855), gab den Befehl, die Kavallerie einzusetzen um die Kanonen zurückzuerobern.

Dieser Befehl ging an General Airey, der diesen an den Offizier Louis Edward Nolan (1818-1854) weiter gab. Nolan leitete diesen Befehl weiter an Feldmarschall George Bingham, 3. Earl of Lucan (1800-1888), dem Befehlshaber der Kavalleriedivision. Bis dieser Befehl schließlich beim General James Brudenell, 7. Earl of Cardigan, dem Kommandeur der Leichten Brigade, angekommen war.

So kam es zu diesem Angriff, bei dem sich 673 Mann der russischen Armee gegenüber stellten. Die russische Armee war erstaunt über diesen Angriff, 200 Mann hatten tatsächlich die Kanonenstellungen erreicht. Ein weiterer Teil der Leichten Brigade griff die russischen Stellungen direkt und eine andere Gruppe umging deren Stellungen und griff von hinten an. Die russische Kavallerie startete eine Gegenoffensive, sodass die Leichte Brigade gezwungen war sich zurückzuziehen.

Die Leichte Brigade hatte herbe Verluste zu verzeichnen, die genaue Opferzahl lässt sich nicht benennen. Man spricht von 156 toten Männern und 122 Verwundeten. Sechs der Überlebenden wurden später mit dem Victoria Cross ausgezeichnet. Etwa bis zu 400 Pferde wurden bei diesem Angriff getötet.

Während der Schlacht von Balaklawa standen sich insgesamt 23.000 Russen und 20.000 Mann der Alliierten gegenüber. Diese Schlacht wird mit einem Unentschieden gewertet. Befehlshaber der russischen Armee war der General Pawel Petrowitsch Liprandi (1796-1864).

 


Born To Be Blue

Gezeigt wird die Geschichte des amerikanischen Jazzmusikers Chet Baker (1929-1988), seiner Leidenschaft als Trompeter aber auch seine Drogenabhängigkeit.

Chesney Henry „Chet“ Baker Jr. wurde am 23. Dezember 1929 in Yale, Oklahoma, geboren. Die gesamte Familie galt als sehr musikalisch, sein Vater Chesney Baker war Gitarrist und die Mutter Vera Baker, geborene Moser, eine talentierte Pianistin die in einer Fabrik arbeitete. Sein Großvater mütterlicherseits, Randi Moser, war norwegischer Abstammung. Der sehr talentierte Vater musste aufgrund der Weltwirtschaftskrise seinen Job als Musiker aufgeben. Um die Familie ernähren zu können, musste er einen regulären Job annehmen.

Chet Bakers Karriere begann in einem Kirchenchor. Sein Vater gab ihm eine Posaune, da sich diese jedoch als zu groß erwies, versuchte es Chet mit einer Trompete. Die Mutter hatte schon längst bemerkt das er oft Radio hört, insbesondere interessierte er sich für die Trompete. Das Trompete spielen wurde ihm quasi in die Wiege gelegt.

Er begann seine musikalische Ausbildung an der Glendale Junior High School. 1946, im Alter von 16 Jahren, verließ er die Schule um der US-Army beizutreten. Unter anderem war er in Berlin stationiert. 1948 verließ er die Armee und studierte Musiktheorie und Harmonylehre am El Camino College in Los Angeles. Er brach jedoch im zweiten Jahr ab und ging 1950 wieder zur Armee, die ihn erneut angeworben hatte. Er verbringt viel Zeit in den Jazzclubs wie Bob City oder Black Hawk. 1951 wurde Chet Baker aus der Armee entlassen, um seine Karriere als professioneller Musiker zu verfolgen.

Chet Baker wurde Trompeter in der Band von Charlie Parker. Berühmtheit erlangte er als Trompeter im Quartett von Gerry Mulligan. Das Musiklabel Fantasy Records veröffentlichte im Jahr 1952 die Single „My Funny Valentine“, diese zu einem Hit wurde. Es folgten zahlreiche Auftritte in The Haig und Tiffany-Club. 1953 gründet Chet Baker sein eigenes Quartett. Zwischen 1953 und 1956 wurden eine Reihe von populären Alben veröffentlicht.

Sein Schauspieldebüt feierte er im 1955 erschienenen Kriegsfilm Hell’s Horizon. Man bot ihm einen Vertrag, den er ablehnte. Er bevorzugte es weiterhin als Musiker arbeiten zu wollen. 1956 folgte eine achtmonatige Europatournee. Chet Baker hatte Ähnlichkeit mit James Dean, was man ebenfalls für ihn nutzte.

Nun begann aber auch seine Zeit der Drogen, eine Heroinabhängigkeit die bis zu seinem Tod andauern sollte. 1966 kam es zu einer Schlägerei, bei der er einige Zähne verlor. Bis 1967 nahm Chet Baker noch Platten auf. Die verlorenen Zähne machten ihm zunehmends Probleme, er benötigte eine Protese, für einen Trompeter eine Katastrophe. Er versuchte von den Drogen loszukommen.

Später folgte ein Comeback, zwischen 1974 und 1977 entstanden einige Aufnahmen. 1978 zog es ihn wieder nach Europa. Das Methadon setzte er ab und war nun wieder auf Heroin. 1987 kommt es zur Tournee in Japan, wo er wieder auf Methadon umstieg, da er sich vor den harten japanischen Drogengesetzen fürchtete. Chet Baker stirbt am 13. Mai 1988. Er fiel aus dem Fenster seines Zimmers im Prins Hendrik Hotel in Amsterdam. Im Drogenrausch habe er wohl das Gleichgewicht verloren, auch wenn es Spekulationen gibt, ein Dealer hätte ihn aus dem Fenster gestoßen.