titanic

Das deutsche Drama das während des Zweiten Weltkriegs entstand, beruht auf Geschichte des Luxusschiffes Titanic. Regisseur dieses Films ist Herbert Selpin (1902-1942), der sich während der Dreharbeiten bei einem Abendessen im privaten Kreis kritisch über die Wehrmacht und den Krieg äußerte. Er hinterfragte die deutschen Siegeschancen und die Schlagkraft und Moral der Wehrmacht. Sein Freund und Drehbuchautor Walter Zerlett-Olfenius (1897-1975) meldete dies seinem Freund, dem SS-Gruppenführer Hans Hinkel (1901-1960), woraufhin Herbert Selpin verhaftet wurde und später am 1. August 1942 unter nicht völlig geklärten Umständen ums Leben kam.

Die RMS Titanic war ein britisches Passagierschiff der Reederei White Star Line, das im Jahr 1912 mit einem Eisberg kollidierte und versank.Es ist der 14. April 1912 als sich der Luxusdampfer auf seiner Jungfernfahrt befindet. Etwa 300 Seemeilen  südöstlich von Neufundland kam es zu dieser Katastrophe. Das Schiff hatte einen Eisberg gerammt, es wurde stark beschädigt und war verloren. Nach etwa 2 Stunden und 40 Minuten versank das Schiff im Nordatlantik.

Der Luxusdampfer lief am 31. Mai 1911 vom Stapel. Mit diesem Schiff wollte man neue Maßstäbe setzen. Die Jungfernfahrt sollte das Prestige der britischen Reederei White Star Line erhöhen. Je nach finanziellen Mitteln der Reisenden konnte man wählen, Erste, Zweite und Dritte Klasse. Komfort wurde in jeder Klasse geboten, wobei man in der Ersten Klasse den besten Service in Anspruch nehmen konnte. Hier wurden weder Kosten noch Mühen gescheut um den Passagieren alles bieten zu können. Luxus wohin man schaut, ein beheizbares Schwimmbecken, eine Squashanlage, Fitnessraum und die luxuriös ausgestatteten Kabinen. Die Dritte Klasse galt seiner Zeit ebenfalls als komfortabel, jedoch war sie für mittellose Auswanderer konzipiert. Damals waren viele Menschen bereit nach Amerika auszuwandern, woran die Reedereien auch verdienen wollten.

An Bord des Schiffes befanden sich 2200 Personen. Nicht alle der Passagierunterkünfte waren belegt. Bei diesem Unglück starben 1514 Menschen. Es mangelte an Rettungsbooten, zudem der Unerfahrenheit der Besatzung mit diesen Booten. Auf dem Schiff befanden sich 20 Rettungsboote und es standen 3560 Rettungswesten zur Verfügung. Wäre das Schiff mit seinen Passagieren voll ausgelastet, dies entspricht in etwa 3300 Personen, hätte man für die Rettung 63 Rettungsboote benötigt. Dennoch entsprach die geringe Anzahl der Boote den gesetzlichen Bestimmungen.

Kapitän des Schiffes war Edward John Smith der bei dem Unglück ebenfalls ums Leben kam. Das Schiff legte in der Hafenstadt Southampton im Vereinigten Königreich ab und war unterwegs in Richtung New York. Frederick Fleed (1887-1965) bemerkte vom Ausguck einen Eisberg. Er gab sofort Meldung an die Brücke, „Eisberg voraus.“  Das eingeleitete Rudermanöver konnte eine Kollision nicht mehr verhindern. Mit voller Fahrt hatte die Titanic diesen auf 300.000 Tonnen geschätzten Eisberg gerammt. Das war ihr Todesurteil.

Nun hieß es Menschenleben zu retten, als Erstes Frauen und Kinder. Immer mehr Wasser drang in den Schiffsbug ein, was zu einem Auseinanderbrechen des Schiffes führte und es in den Tiefen des Meeres verschwand. Die sich in Boote retten konnten wurden zwei Stunden später vom Schiff Carpathia aufgenommen. Viele sind in dem eiskalten Wasser ertrunken. Von den 2200 Personen an Bord, darunter 900 Besatzungsmitglieder, überlebten nur 711 Menschen. Diese Katastrophe ist die Größte in der Geschichte der Seefahrt.

 

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into the white

Der Film beruht auf einer wahren Begebenheit und zeigt die Geschichte des Leutnants Horst Schopis und Josef Auchtor, die mit ihrem Flugzeug, dem deutschen Bomber Heinkel He 111, über Norwegen während des Zweiten Weltkriegs abgeschossen wurden. Zur Besatzung zählten außerdem Karl-Heinz Strunk und Hans Hauck, der beim Absturz der Maschine sein Leben verlor.

Drei britische Blackburn Skua, Jagdflugzeuge der Royal Navy die vom Flugzeugträger HMS Ark Royal aus operierten, schossen die Heinkel He 111 ab. Das Flugzeug stürzt aus etwa 1.000 Meter ab und landet in einem abgelegenen Berggebiet Norwegens.

Der Engländer Captain R.T. Partridge war Geschwaderführer der 800 Naval Air Squadron. An seinem Flugzeug, einer Skua, fiel der Motor aus und er konnte auf einem zugefrorenen See landen. Ihm war eine kleine Hütte aufgefallen. Er und sein Funker Lieutenant R.S. Bostock liefen durch den tiefen Schnee zu dieser verlassenen Jagdhütte. Hier treffen die beiden Engländer auf die drei Deutschen, die mit Pistolen und Messern bewaffnet waren.

Mit gebrochenem Deutsch und in englischer Sprache konnten sie die Deutschen überzeugen, das sie die Besatzung einer Vickers Wellington, einem Langstreckenbomber und nicht die einer Skua sind, von der sie abgeschossen wurden. Die drei Deutschen hingegen glaubten von einer Supermarine Spitfire attackiert worden zu sein. Die beiden Engländer und die drei Deutschen müssen sich nun diese Hütte teilen und sich irgendwie arrangieren.

Später treffen sie während einer Erkundungstour auf eine norwegische Patrouille. Karl-Heinz Strunck wurde erschossen als er versuchte nach einer Waffe zu greifen. Horst Schopis und sein Mechaniker Josef Auchtor wurden als Gefangene in das Dorf Stryn gebracht. Von hier aus nach Großbritannien und weiter nach Kanada wo sie bis 1947 in Kriegsgefangenschaft blieben.

Die beiden Briten brauchten viel Überzeugungskraft um die Norweger von ihrer Nationalität zu überzeugen. Sie kehrten nach England zurück. Bei einem Luftangriff kam Lieutenant Bostock ums Leben. Captain Partrigde geriet in deutsche Kriegsgefangenschaft. Horst Schopis und Captain Partridge schrieben diese Geschichte in ihren Memoiren „Luftkampfgegner“ und „Operation Skua“ nieder und wurden Freunde. Beide besuchten 1974 Grotli, den Ort ihres damaligen Zusammentreffens. Captain Richard Thomas Partridge starb 1990 und Horst Schopis verstarb 2011.

 


amelia

Der Film beruht auf dem Leben der amerikanischen Flugpionierin Amelia Earhart (1897-1937). Sie war die erste Frau der Luftfahrt, die allein über den Atlantik flog. Dafür wurde sie mit dem United States Distinguished Flying Cross ausgezeichnet.

Außerdem stellte sie viele weitere Rekorde auf, schrieb Bestseller über ihre Flugerfahrungen und war maßgeblich an der Gründung von The Ninety-Nines, einer Organisation für weibliche Piloten, beteiligt. 1935 trat sie als Gastdozentin an der Purdue University auf, arbeite als Beraterin für die Luftfahrttechnik und unterstützte die Schülerinnen bei ihren Karriereplänen in der Luftfahrt. Amelia Earhart war auch Frauenrechtlerin und in der Organisation National Woman’s Party.

Während eines Fluges im Jahr 1937, zusammen mit ihrem Navigator Fred Noonan (1893-1937), ihrem Flugzeug Lockheed Model 10 Electra, verschwand die Maschine über dem Pazifischen Ozean. Seit dem 2. Juli 1937 gelten beide als verschollen und wurden kurze Zeit später für tot erklärt.

Amelia Mary Earhart wurde am 24. Juli 1897 in Atchison, Kansas, geboren. Ihre Eltern waren Samuel „Edwin“ Stanton Earhart (1867-1930) und Amelia „Amy“ Earhart, geborene Otis (1869-1962). Schon sehr früh behauptet sie sich als eine Anführerin, während ihre jüngere Schwester Grace Muriel Earhart (1899-1998) stets pflichtbewusst war. Beide Mädchen liebten das Abenteuer, fast täglich brachen sie auf um die Umgebung zu erkunden.

Ein neuer Job des Vaters bei der Rock Island Railroad führte ihn nach Des Moines, Iowa, wo sie im Alter von zehn Jahren ihr erstes Flugzeug sah. Die Eltern zogen nach Des Moines, während die beiden Mädchen bei den Großeltern in Atchison blieben. 1909 zogen die Schwestern zu ihren Eltern. Die Mutter geht mit den Kindern nach Chicago, nachdem Edwin aufgrund seiner Alkoholsucht und einer späteren Behandlung seinen Job verloren hatte.

1916 schließt Amelia die Hyde Park High School in Chicago ab. Sie strebte danach Karriere zu machen. Nach ihrer Ausbildung zur Krankenschwester arbeitet sie als Freiwillige im Militärkrankenhaus, wo sie all die verwundeten Soldaten des Ersten Weltkriegs sieht. 1920 durfte sie das erste Mal in einem Flugzeug mitfliegen. Ein Jahr darauf nimmt sie selbst Flugstunden bei ihrer Fluglehrerin Neta Snook (1896-1991). Ihre Eltern hatten sich geweigert ihre Flugausbildung zu finanzieren. 1924 kommt es zur Scheidung der Eltern.

Amelia Earhart verdient nun selbst Geld, das sogar für ein eigenes Flugzeug reicht, eine Kinner Airster, mit offenem Cockpit. Damit stellt sie einen Höhenrekord für Frauen auf und erreichte eine Höhe von 4.300 Meter. 1931 heiratet sie George Palmer Putnam (1887-1950), ein Verleger, Autor und Abenteurer.

1932 fliegt Amelia Earhart erstmals allein über den Atlantik. Danach folgten weitere Flüge und Rekorde. 1937 plant sie einen Flug mit der Lockheed Electra 10, die nach ihren Vorgaben gebaut wurde. Hier wurde der Rumpf geändert um zusätzliche Tanks anzubringen. Sie wollte als erster Mensch die Erde am Äquator umrunden. Sie startet mit ihrem Navigator Fred Noonan. Nach einigen Zwischenlandungen meldete sie, keine Funksignale mehr zu empfangen. Über dem Pazifischen Ozean brach der Kontakt ab und ihr Flugzeug gilt seit dem als verschollen. Das Flugzeug wurde nie gefunden.

 


begrabt mein herz

Als Vorlage diente das Buch „Bury My Heart at Wounded Knee“ aus dem Jahr 1970 des Autors Dee Brown (1908-2002). Es ist sein bekanntestes Werk, in dem er über die Geschichte der Indianer, insbesondere dem Massaker von Wounded Knee schreibt. Geschildert werden die Auswirkungen der amerikanischen Ureinwohner, durch erzwungene Umsiedlungen und den jahrelangen Kriegsführungen der US-Regierung. Damit wurden die Kultur, Religion und Lebensweise der Indianer zerstört.

Wounded Knee war Ort der letzten größeren Konfrontation zwischen der US-Armee und den Indianern. Am 29. Dezember 1890 wurden in Wounded Knee, einer heutigen Ortschaft in der Pine Ridge Reservation, einem Indianerreservat in South Dakota, 300 wehrlose Angehörige verschiedener Sioux-Indianerstämme durch das 7. US-Kavallerie-Regiment getötet. Durch dieses Massaker wurde der letzte Widerstand der Indianer gebrochen.

Nachdem man den Häuptling Sitting Bull (1831-1890) während seiner Verhaftung am 15. Dezember 1890 getötet hatte, von einem seiner eigenen Leute, einem Indianer-Polizisten, flüchteten zahlreiche Lakota. Die US-Armee fürchtete erneute Kämpfe. Alle Indianer außerhalb der Reservate wurden als feindselig angesehen. Die Flüchtenden wurden von den US-Truppen gestellt, mit Lebensmitteln versorgt und zum Fluss Wounded Knee gebracht. Hier schlugen sie ihr Lager auf und warteten auf eine Entscheidung der Heeresführung.

James William Forsyth (1834-1906), Oberst in der US-Armee, sollte etwa 350 Sioux unter ihrem Häuptling Big Foot (1820-1890) zurück in ihr Reservat bringen. Die Indianer wurden nach Waffen kontrolliert, was sie auch duldeten. Nun jedoch kommt es zu einem Handgemenge. Bei dem Indianer Black Coyote fanden sie eine Winchester, die er unter seiner Kleidung versteckt hielt. Er weigerte sich das Gewehr abzugeben, da er viel Geld dafür bezahlt hatte. Es kommt dadurch zu einem Gerangel, bei dem sich ein Schuss löst.

Nun begannen die Soldaten damit in die Menge zu feuern. Bis zu 300 Indianer wurden hierbei getötet. Nach diesem Massaker wurden 20 Soldaten dieses Regiments mit der Medal of Honor ausgezeichnet. Dieses Massaker hat bis heute niemand vergessen und beeinflusst das Leben in den Reservaten. Jedes Jahr gibt es eine Gedenkveranstaltung und der Marsch von Standing Rock nach Pine Ridge wird von Angehörigen der Indianerstämme nachgestellt.

 


danton

Das Historiendrama spielt während der Französischen Revolution (1789-1799) und zeigt die Geschichte des Revolutionärs Georges Danton. Es herrschte eine Terrorherrschaft unter dem französischen Rechtsanwalt und führenden Politiker Maximilien de Robespierre (1758-1794, der am 28. Juli 1794 hingerichtet wurde. Ohne ihm den Prozess zu machen, fand er den Tod durch die Guillotine.

Die Schreckensherrschaft war Teil der Französischen Revolution, viele wurden verdächtigt Gegner dieser Revolution zu sein. Zum Wohlfahrtausschuss zählten zwölf Männer, die diese Geschehnisse leiteten. Im Zuge der Französischen Revolution wurde König Ludwig XVI. (1754-1793) entmachtet. 1793 wurde er durch die Guillotine hingerichtet. Mit der Terrorherrschaft sollten alle konterrevolutionären Aktivitäten unterbunden werden. Dies kostete bis zu 40.000 Menschen das Leben. Man sah diese Maßnahmen als strenge unbeugsame Gerechtigkeit, die allein den Bedürfnissen des Vaterlandes dienen.

Georges Danton (1759-1794) war während der Französischen Revolution Justizminister und Leiter des ersten Wohlfahrtausschusses. Er gilt als einer der ersten führenden Köpfe der Ersten Französischen Republik, diese am 21. September 1792 ausgerufen wurde. Da er sich gegen eine Fortsetzung der von ihm selbst mitinstallierten Terrorherrschaft aussprach, wurde er 1794 als angeblicher Verschwörer hingerichtet. Georges Danton kam vor Gericht, ihm wurde der Prozess gemacht. Er wurde am 5. April 1794 in Paris enthauptet.

Georges Jacques Danton wurde am 26. Oktober 1759 in Arcis-sur-Aube, Frankreich, geboren. Als Kind wurde er von einem Tier verletzt, wodurch sein Gesicht für immer entstellt blieb. Er genoss eine gute Ausbildung und wurde Advokat in Paris. 1787 heiratet er Antoinette Gabrielle Charpentier (1760-1793). Das Paar bekommt drei Kinder; François, Antoine und François Georges. Seine Frau starb 1793 bei der Geburt des vierten Kindes. Danton heiratete erneut, die erst 16-jährige Louise Sebastienne Gely.

Am 17. Juli 1791 kam es zum Massaker auf dem Marsfeld, bei dem Soldaten der Regierung in die Menge feuerten. Georges Danton war Mitorganisator dieses Massakers und musste fliehen. Später kehrt er nach Paris zurück und wurde Justizminister. Er solidarisierte sich mit Maximilien de Robespierre, die nun gemeinsam gegen die Verdrängung des Christentums waren und sich gegen die radikalen Revolutionäre stellten.

Dies bezahlten sie und viele andere mit ihrem Leben. Der Scharfrichter der Französischen Revolution Charles Henri Sanson (1739-1806) war seit 1778 offizieller Henker von Paris. Er waltete seines Amtes und viele fanden durch ihn den Tod.

 


fridericus - der alte fritz

Der Film basiert auf dem Buch „Fridericus“, dem ersten Roman der Trilogie „Ein Volk wacht auf“ aus dem Jahr 1919 des Autors Walter von Molo, der auch das Drehbuch schrieb.

Erzählt wird die Geschichte des Königs von Preußen, Friedrich II. (1712-1786), Friedrich der Große, oder auch der „Alte Fritz“ genannt, während des Siebenjährigen Krieges (1756-1763). Der Siebenjährige Krieg war ein Krieg aller europäischer Großmächte. Das europäische Gleichgewicht hatte sich verändert, nachdem Karl VI. (1685-1740) seine Tochter Maria Theresia als Thronfolge des Hauses Habsburg bestimmt hatte.

Friedrich II. strebte nach mehr Macht und wollte die reichen schlesischen Provinzen. Preußen war zu einer Großmacht aufgestiegen. Frankreich und England buhlten um Kolonien in Indien und Nordamerika. Maria Theresia (1717-1780) wollte Preußen isolieren und sich mit anderen Großmächten verbünden. Der König von Preußen, Friedrich II., hingegen ging ein Bündnis mit England ein. Dies führte 1756 zum Krieg, dieser 1763 mit einem Friedensvertrag endete. Preußen stieg zur fünften europäischen Großmacht auf. Für Österreich ein herber Schlag, da sie nun an Macht verloren. Frankreich verlor Kolonialgebiete an England.

Für die Bevölkerung der beteiligten Staaten in den Kriegsgebieten hatte der Krieg zum Teil katastrophale Auswirkungen. Der Verlust an Soldaten war immens – so verlor allein Preußen 180.000 Mann. Auch die Zivilbevölkerung hatte unter diesem Krieg enorm leiden müssen.

 


egon schiele

Der Film erzählt aus dem Leben des österreichischen Malers Egon Schiele (1890-1918). Als Vorlage diente das Buch „Tod und Mädchen. Egon Schiele und die Frauen“, der Autorin und Schauspielerin Hilde Berger.

Egon Schiele wurde am 12. Juni 1890 in Tulln an der Donau geboren. Er war das dritte von vier Kindern, der einzige Sohn des Bahnhofvorstehers Adolf Eugen Schiele und dessen Frau Marie. Im Jahr 1906, nachdem er von einer Wiener Kunstgewerbeschule abgelehnt wurde, beginnt Egon Schiele ein Studium an der Akademie der Bildenden Künste. 1907 sucht er Kontakt zu dem österreichischen Maler Gustav Klimt (1862-1918). Seine späteren Werke wurden stark vom Jugendstil dieses Malers beeinflusst.

1909 feiert Egon Schiele seine ersten Erfolge, nachdem er seinen eigenen Stil gefunden hat. Er schuf Landschaftsbilder, Aktdarstellungen und Gemälde. Thema seiner Bilder war fast immer der Tod. Seine Werke präsentiert er erstmals 1909 in der „Großen Internationalen Kunstschau“ in Wien. Durch den Kunstkritiker Arthur Roessler konnte er sich einen Namen machen. Durch ihn und seine Kontakte lernt Egon Schiele die Kunstsammler Carl Reininghaus und Oskar Reichel kennen. Diese ermöglichten ihm zahlreiche Auftragsarbeiten, was ihn finanziell absicherte.

Er wandte sich von der kunstgeschichtlichen Epoche ab und fand zum Expressionismus, bei dem er Persönlichkeiten des Wiener Kulturlebens porträtierte. Seine Werke sind oft von seiner depressiven Stimmung geprägt. 1911 zieht Egon Schiele mit seiner Lebensgefährtin und gleichzeitig eines seiner Modelle Wally Neuzil (1994-1917) nach Krumau. Seine Aktdarstellungen stießen bei der Bevölkerung auf Ablehnung. Auch sein Lebensstil, einer wilden Beziehung mit Wally Neuzil bezeichnete man als anstößig. Zudem hatte man erfahren das auch Kinder sein Atelier besucht hatten.

Das Paar verließ Krumau und zog nach Neulengbach. Hier wird Egon Schiele wegen des Verdachts auf Verführung einer Minderjährigen verhaftet. Dieses angebliche Vergehen ließ sich jedoch nicht beweisen, blieb aber einige Tage in Haft. Eines seiner Bilder wird öffentlich verbrannt. Während seiner 24-tägigen Haft zeichnete er mehrere Skizzen. 1912 kehrt er nach Wien zurück. Trotz seines schlechten Rufs und mit Hilfe von seinem Freund Gustav Klimt, gelang es ihm schnell wieder Fuß zu fassen und er feiert erneut Erfolge. Seine Werke stellte er in Österreich und Deutschland aus. Auch einige seiner Gedichte wurden veröffentlicht.

Am 17. Juni 1915 heiratet er seine langjährige Bekannte Edith Harms. Sie forderte die Trennung von Wally Neuzil. Er wollte beide Frauen, doch sie lehnten eine Dreiecksbeziehung ab. Nach Beginn des Ersten Weltkriegs wird Egon Schiele zum Militär einberufen und verrichtet seinen Dienst in der Verwaltung. Nachdem man ihn versetzt hatte, fühlte er sich den Aufgaben nicht gewachsen, woraufhin er im Heeresgeschichtlichen Museum seinen Dienst verrichten durfte.

Nachdem Gustav Klimt am 6. Februar 1918 in Wien verstorben war, stieg er in der Wiener Kunstszene auf. 1918 wurde Wien von der spanischen Grippe heimgesucht. Seine Frau Edith, die im sechsten Monat schwanger war, erlag dieser Pandemie am 28. Oktober. Auch Egon Schiele war erkrankt und starb im Alter von nur 28 Jahren am 31. Oktober 1918.