10 Days in a Madhouse – Undercover in der Psychiatrie – amerikanisches Drama, Biografie aus dem Jahr 2015.

Veröffentlicht: 14. Juli 2017 in True Story, Wahre Geschichte
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10 Days in a Madhouse

Gezeigt wird die Geschichte der Journalistin Nellie Bly (1864-1922), mit richtigen Namen Elisabeth Jane Cochran, die sich in eine Irrenanstalt einweisen lies, um über die herrschende Brutalität und Vernachlässigung der sich dort befindenden Frauen zu berichten.

Nellie Bly gilt als Pionierin des investigativen Journalismus. Sie arbeitete als Reporterin für Joseph Pulitzers Zeitung New York World. Man erteilte ihr den Auftrag zu recherchieren, dies über die Zustände in der Irrenanstalt auf der New Yorker Blackwell’s Island. Sie willigte ein, täuschte eine psychische Erkrankung vor und wurde eingewiesen.

Mehrere Ärzte untersuchten Nellie Bly, die angaben sie sei psychisch krank. Ein Arzt sagte, sie sei ein hoffnungsloser Fall, dabei hat sie alles nur gespielt. Der Fall der „ziemlich verrückten Frau“ wurde schnell von den Medien aufgegriffen. Jeder fragte sich; „Wer ist diese geisteskranke Person?“

Die schlechten Bedingungen erlebte sie nun selbst hautnah. Das Essen bestand aus einer Brühe, verdorbenem Fleisch, einem alten ungenießbarem Stück Brot und schmutzigem Wasser. Einige der Patientinnen waren mit Seilen gefesselt. Überall lag Müll und Essensreste, was die Ratten anzog. Das Wasser zum Baden war eisig kalt und es wurde ein Eimer Wasser über den Kopf gegossen. Die Krankenschwestern waren widerwillig und missbräuchlich den Patientinnen gegenüber.

Nellie Bly führte einige Gespräche mit den Frauen und bemerkte das diese genauso gesund wie sie selbst waren. Sie musste sich fügen und sämtliche ärztliche Untersuchungen über sich ergehen lassen. Die Frauen wurden misshandelt und hart bestraft. Man zwang sie zum Stillsitzen, dabei nicht reden und nicht bewegen, dies von 6. bis 20.00 Uhr.

Nach zehn Tagen in dieser Irrenanstalt wurden ihre hautnahen Recherchen publik gemacht. 1887 wurde ihr Buch „Ten Days in a Mad-House“ veröffentlicht. Ihre verdeckten Recherchen wurden zu einer Sensation, was ihr gleichzeitig Ruhm und Anerkennung brachten. Dies veranlasste die Grand Jury zu einer eigenen Untersuchung. Künftige Prüfungen sollten fortan gründlicher durchgeführt werden.

Nellie Bly war zudem Erfinderin und setzte sich für Wohltätigkeitsorganisationen ein. Als Schriftstellerin konzentrierte sie sich auf Ereignisse der arbeitenden Frauen, diese in den Fabriken schuften mussten. Ein halbes Jahr lebte sie in Mexiko, um dort über das Leben und Bräuche des mexikanischen Volkes zu berichten. Im November 1889 begann sie eine Weltreise, entdeckte mehrere Länder und kehrte 1890 nach New Jersey zurück. Gleichzeitig hatte die Zeitschrift Cosmopolitan die Journalistin Elisabeth Bisland (1861-1929) auf eine Weltreise geschickt. Es war eine Art Rennen der beiden Frauen, was weltweit Aufmerksamkeit erregte.

1895 heiratet sie den Millionär Robert Seaman, sie war 31 und er 73 Jahre alt. 1904 verstarb ihr Ehemann. 1914 schrieb Nellie Bly über die Kriegsfront im Ersten Weltkrieg. Sie starb am 27. Januar 1922 im Alter von 57 Jahren an einer Lungenentzündung.

 

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