Archiv für die Kategorie ‘True Story’


Spartacus

 

Der Film des Regisseurs Stanley Kubrick und dem Drehbuch von Dalton Trumbo basiert auf dem Roman Spartacus des Autors Howard Fast. Beschrieben wird der Sklavenaufstand, Dritter Sklavenkrieg oder auch Spartacus-Aufstand, einer Revolte des Spartacus 73 vor Christus.

Spartacus war ein römischer Sklave und Gladiator. Er und seine Frau stammen aus Thrakien, einem dort lebenden indogermanischen Volk. Thrakien ist eine Landschaft auf der östlichen Balkanhalbinsel. Für die Römer galten die Thraker als wilde Bestien. Die Thraker hingegen verstanden sich mit den Galliern nicht. Spartacus ist thrakischer Krieger und Gladiator, der auf Seiten der Römer kämpfte. Er wurde gefangen genommen, wurde Sklave und Gladiator in Capua.

Der antike und griechische Schriftsteller Plutarch, dieser eine Vielzahl biografischer und philosophischer Schriften verfasste, beschreibt Spartacus mit einem starkem Körperbau, mit starkem Geist, gebildet und als intelligent. Dennoch ist nur wenig über Spartacus bekannt. Es gibt nur wenige historische Berichte diese zum Teil widersprüchlich sind.

Erwiesen ist das er ein Sklave, Gladiator und Führer war. Als er gefangen genommen wurde, hat man ihn zum Gladiator in der Schule des Gladiatormeisters Gnaeus Cornelius Lentulus Batiatus in Capua ausgebildet. Nach einer Rebellion konnten er und weitere Gladiatoren fliehen. Was folgte war der bedeutendste Sklavenaufstand der römischen Geschichte, der Spartacus-Aufstand.

Spartacus und etwa 78 der Gladiatoren befreiten ein Sklavenheer um sie in ihre Heimat zurückzubringen. Zu den Gefolgsleuten zählten nicht nur Sklaven aus der Landwirtschaft, sondern auch verarmte und landlose Freie.

Die Sklaverei im alten Rom spielte eine wichtige Rolle in der Gesellschaft und vor allem für die Wirtschaft. Selbst Buchhalter oder Ärzte waren Sklaven. Nach römischen Recht waren diese Menschen Eigentum. Dies besagte auch, dass körperliche Bestrafungen vorgenommen werden konnten.

Spartacus führte die Sklavenaufstände gegen das römische Reich. Ihm hatten sich schätzungsweise 120.000 Männer, Frauen und Kinder angeschlossen. Die kräftig gebauten Männer bildeten eine überraschend wirksame Streitmacht, diese in der Lage war, Teile des römischen Militärs zu besiegen. Sie zogen durch ganz Italien. Der römische Senat war alarmiert und formte eine Armee von acht Legionen, diese unter der Führung von Marcus Licinius Crassus standen.

Zusammen mit Gnaeus Pompeius Magnus und Marcus Terentius Varro Lucullus, war es gelungen Spartacus und seine Männer einzukesseln. Die römischen Feldherren nutzten diesen Sieg um ihre politischen Karrieren zu fördern. Während dieser Schlacht wurde Spartacus getötet. 6.000 Gefangene wurden von den Römern entlang der Straße Via Appia gekreuzigt. Dieses Martyrium erstreckte sich von Capua bis Rom.

 

 


My Week with Marilyn

Der Film beruht auf den Büchern „The Prince, The Showgirl and Me“ und „My Week with Marilyn“ des Autors Colin Clark. Thema der Bücher sowie des Films sind die Dreharbeiten zur Filmkomödie „Der Prinz und die Tänzerin“ aus dem Jahr 1956.

Marilyn Monroe (1926-1962) war nach London gereist um eine der Hauptrollen in diesem Film zu übernehmen. Während der Dreharbeiten kam es zu Spannungen zwischen der Hauptdarstellerin Marilyn Monroe und dem Regisseur und Hauptdarsteller Laurence Olivier (1907-1989).

Colin Clark (1932-2002) wirkte während der Dreharbeiten zu „Der Prinz und die Tänzerin“ als Regieassistent mit. Zwischen ihm und Marilyn Monroe entwickelte sich eine sehr innige Freundschaft, eine harmlose Liebesbeziehung. Marilyn Monroe war gerade frisch verheiratet. Ihr Ehemann war der amerikanische Schriftsteller Arthur Miller (1915-2005). Das Paar heiratete 1956. Diese Ehe hielt fünf Jahre, 1961 kam es zur Scheidung, aufgrund zahlreicher Streitigkeiten und ihrem gescheiterten Kinderwunsch.

Marilyn Monroe und der Fotograf Milton Greene (1922-1985) hatten die Firma Marilyn Monroe Productions gegründet. Eine Filmproduktionsfirma bei der der Film „Der Prinz und die Tänzerin“ produziert wurde. Dieser blieb der einzige Film der hier entstanden war. Während der Dreharbeiten in London kam es zu einigen Problemen und Auseinandersetzungen. Marilyn Monroe erschien nicht rechtzeitig am Set und man beschwerte sich, sie würde zerzaust aussehen.

Laurence Olivier zeigte angeblich auch eine starke Abneigung gegenüber Marilyn Monroe. Sie wäre unfähig einen Satz zweimal in gleicher Weise zu sagen. Diese Äußerungen führten immer wieder zu Spannungen zwischen den beiden Hauptdarstellern. Sie habe ihm niemals verziehen, als er zum Beispiel sagte; „Versuche, sexy zu sein“.

Die Darstellerin Jean Kent beschrieb Marilyn Monroe als „schmuddeliges, zerzaustes kleines Ding“. Außerdem habe sie nie Rücksicht auf ihre Schauspielkollegen genommen. Marilyn Monroe hatte zudem während dieser Zeit die Psychoanalytikerin Anna Freud aufgesucht, da sie als psychisch labil galt und eine Kurzzeittherapie in Anspruch nahm.

Der Prinz und die Tänzerin mit dem Originaltitel The Prince and the Showgirl erreichte nicht den erwarteten Erfolg, Kritiken waren eher negativ. Die beiden Hauptfiguren Marilyn Monroe und Laurence Olivier beschrieb man im Wesentlichen als „langweilig“. Marilyn Monroe kehrte nach Hollywood zurück.

 


Bevor es Nacht wird

Der Film basiert auf der Lebensgeschichte des kubanischen Schriftstellers Reinaldo Arenas (1943-1990). 1990 erschien sein autobiografischer Roman „Antes que anochezca“, übersetzt; Bevor es Nacht wird.

Reinaldo Arenas wurde am 16. Juli 1943 in Oriente, Kuba, geboren. 1963 zog er nach Havanna um dort Philosophie und Literatur zu studieren. Ohne Abschluss arbeitete er in der Hauptbibliothek Kubas, der National Library José Martí, in Havanna.

Der kubanische Schriftsteller Reinaldo Arenas zeigte zunächst Sympathie für Fidel Castro und dessen Revolution im Jahr 1959. Später stand er diesem jedoch kritisch gegenüber. Reinaldo Arenas war homosexuell und lebte dies offen aus. Der kommunistischen Regierung passte dies nicht und er geriet immer mehr ins Fadenkreuz von Staatssicherheit und Polizei.

1973 wurde Reinaldo Arenas verhaftet. Für die Anklage ließ man sich etwas einfallen um ihn ins Gefängnis und in ein Arbeitslager zu bringen. Nach seiner Haftstrafe lebte er auf der Straße. Er unternahm mehrere Flucht- und Suizidversuche. Er versteckt sich und lebt im Park der Hauptstadt Havanna. Um auf seine Situation aufmerksam zu machen, wandte er sich an die Öffentlichkeit. Dies wurde bemerkt und er wurde abermals inhaftiert. Jetzt hieß es Einzelhaft, er wurde verhört und gefoltert um Geständnisse zu erzwingen. Es folgten Schauprozesse und Zwangsarbeit. Die Organisation Amnesty International setzte sich für ihn ein.

In seinem Buch schreibt er über die sexuelle Unterwerfung, der Exekution von Häftlingen, Gefangene die sich untereinander töten und über Homosexuelle im Castro Regime. Seine Schriften und die offene Homosexualität brachten nur Konflikte. Er arbeitete als Journalist und Redakteur.

Man sperrte ihn in eines der berüchtigsten Gefängnisse, der Festung Morro Castle. Hier war er neben Mördern und Vergewaltigern inhaftiert. Er überlebte, indem er anderen Häftlingen half, Briefe an ihre Frauen oder Angehörige zu schreiben. Somit kam auch er an genügend Papier um seine Gedanken niederzuschreiben. Als er versuchte diese Schriften aus dem Gefängnis zu schmuggeln, wurde er bemerkt und hart bestraft.

1976 wurde Reinaldo Arenas aus der Haft entlassen. 1980 floh er in die Vereinigten Staaten. Vom 15. April bis 31. Oktober 1980 kam es zu Massenauswanderungen von Kubanern. 1987 wurde bei ihm AIDS diagnostiziert. Er starb am 7. Dezember 1990 im Alter von 47 Jahren in New York, nachdem er absichtlich eine Überdosis Drogen konsumiert hatte.

Zu seinen bekanntesten Werken zählen Before Night Falls und Pentagnoia, Titel einer Reihe von fünf Romanen.

 


Wir sind jung. wir sind stark

Thematisiert werden die Ausschreitungen am 24. August 1992 in Rostock-Lichtenhagen. Zwischen dem 22. und 26. August 1992 kam es zu Protesten gegen die Zentrale Aufnahmestelle für Asylbewerber. Zudem wurde ein Wohnheim für ehemalige vietnamesische Arbeitskräfte, Vertragsarbeiter, angegriffen. Dieses Wohnheim war ein Plattenbau, dem sogenannten Sonnenblumenhaus, in der Mecklenburger Allee in Rostock-Lichtenhagen.

Es kam zu den massivsten rassistisch geprägten Angriffen in der deutschen Nachkriegsgeschichte. An diesen Ausschreitungen waren mehrere hundert, teilweise rechtsextreme, Randalierer beteiligt. Etwa 3.000 Zuschauer verfolgten das Geschehen direkt vor Ort. Sie applaudierten und behinderten den Einsatz der Polizei. Die Einsatzkräfte der Polizei waren völlig überfordert.

Die Aufnahmestelle für Asylbewerber wurde evakuiert. In dem angrenzenden Wohnheim befanden sich jedoch noch einige Vietnamesen und ein Fernsehteam. Die wütende Menge der Randalierer warfen Molotowcocktails und das Gebäude geriet in Brand. Die im brennenden Wohnheim Eingeschlossenen hatten Todesangst und sie hörten die Beifall klatschende Menge unten auf der Straße. Die Polizeikräfte hatten sich teilweise komplett zurückgezogen.

Es waren gewalttätige Jugendliche aus Rostock die von Randalierern und Rechtsextremen aus ganz Deutschland unterstützt wurden. Tagelang bekundeten sie ihren Rassenhass. Anwohner feuerten diesen Mob an und schützten die Gewalttaten vor dem Polizeieinsatz. Sie erfreuten sich den Taten und meinten; „man habe es den Ausländern mal so richtig gezeigt“.

Auslöser dieser Taten war die Asyldebatte zu Beginn der 1990er Jahre. Man warf Politikern und auch den Medien vor, durch eine zum Teil populistische Kampagne diese Stimmung, diesen Fremdenhass, angeheizt zu haben.

Die Vietnamesen waren Vertragsarbeiter die einst in die DDR gekommen waren. Allein in Rostock gab es von 1981 bis 1989 bis zu 1.500 dieser Vertragsarbeiter. Durch die Deutsche Wiedervereinigung wurden diese nicht mehr gebraucht. Sie sind die absoluten Verlierer der Deutschen Einheit.

Hinzu kamen Asylbewerber, täglich bis zu 80 Menschen, die in der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber eintrafen. Man war mit dieser Situation überfordert. Etwa 300 Personen kampierten in den Grünanlagen rund um das Gebäude. Diese Zustände waren nicht tagbar. Die Asylbewerber brachte man in Notunterkünfte, was den Anwohnern so nicht passte. Es gab zahlreiche Beschwerden, über die zum Teil Roma aus Rumänien, diese jedoch von der Stadt ignoriert wurden.

Einige warnten davor, das diese Wut der Anwohner eskalieren könnte. Und so kam es dann auch zu diesen Ausschreitungen. Am 22. August 1992 versammelten sich bis zu 2.000 Menschen vor der Zentralen Aufnahmestelle für Asylbewerber. Hier kam es bereits zu Randalen. Diese Ausschreitungen hielten bis zum 26. August an. Während dieser Randale wurde auch die Polizei angegriffen und Autos in Brand gesetzt.

 


Auf der Suche nach dem Gedächtnis

 

Gezeigt wird die Geschichte des Nobelpreisträgers Eric Kandel, der sich seit 50 Jahren der Erforschung des menschlichen Gehirns widmet. Eric Kandel ist der bedeutendste Hirnforscher des 20. Jahrhunderts. Die Dokumentation schildert seine Lebensgeschichte, den leidvollen Erfahrungen während des Nationalsozialismus, und seine Forschungen.

Der am 7. November 1929 in Wien geborene Eric Richard Kandel wurde im Jahr 2000 mit dem Nobelpreis für Physiologie oder Medizin ausgezeichnet.

Die Familie musste vor den Nationalsozialisten fliehen. Eric Kandel ist jüdischer Herkunft. Er und sein Bruder emigrierten in die Vereinigten Staaten. Ihm wurde ein Stipendium für ein Studium an der Harvard University bewilligt. 1945 wurde Eric Kandel amerikanischer Staatsbürger.

Sein Interesse galt der Biologie, insbesondere des bewussten und unbewussten Gedächtnisses. So fand er zu den Neurowissenschaften und er war gleicher Auffassung wie Sigmund Freud, dass alle psychischen Vorgänge und Symptome physiologische Vorgänge im Gehirn sind. 1952 studiert Eric Kandel Medizin an der New York University, um Psychiater bzw. Psychoanalytiker zu werden.

Er konzentriert sich auf das menschliche Gehirn, dieses es zu untersuchen und erforschen galt. Während dieser Zeit lernt er seine zukünftige Ehefrau Denise Bystryn kennen, die er 1956 heiratet. Das Paar bekommt zwei Kinder. Seine Ehefrau ist Sozialmedizinerin und Epidemiologin.

An der Columbia University, im Labor des Neurobiologen Harry Grundfest, begannen seine Forschungen. Seine Arbeiten führte er ab 1957 am Laboratory of Neurophysiology des National Institutes of Health fort. Im Jahr 1963 konnte er nachweisen, dass Nervenzellen lernen können und sie die Grundlage des Lernens sind.

Eric Kandel wurde zu einem der weltweit führenden Hirnforschern. Eine Zeitschrift nannte ihn „Rockstar der Neurowissenschaften“. Ihm war es gelungen, die wesentlichen molekular-biologischen Mechanismen unseres Gehirns zu entschlüsseln. Unser Gehirn ist formbar. Negative Erfahrungen können durch positive Erfahrungen überschrieben werden. Das Gehirn ändert seine Anatomie und Traumata können überwunden werden. „Unser Gehirn ist ein kreatives Instrument“.

Für seine Arbeit erhielt Eric Kandel mehrere Auszeichnungen und 2000 den Nobelpreis. Die Universität von Wien ernannte ihn zum Ehrenprofessor und die Stadt Wien zum Ehrenbürger. Eric Kandel schrieb die Bücher „Das Zeitalter der Erkenntnis“ und „Auf der Suche nach dem Gedächtnis“.

„Auf der Suche nach dem Gedächtnis“ ist eine leidenschaftliche Entdeckungsreise durch das Leben und Werk des brillanten und unzähmbaren Neurobiologen Eric Kandel, der mit seiner Pionierarbeit die wesentlichen Prinzipien des Gedächtnisses erhellt hat. Petra Seegers Film beleuchtet dabei nicht nur die Wege der Psychologie und Neurowissenschaften im Laufe des vergangenen Jahrhunderts, sondern auch das Wesen von Kunst und Wissenschaft, Geschichte und Erinnerung, Leben und Liebe, Inspiration und Errungenschaft.“ Oliver Sacks

 

 

 


Marlene

Erzählt wir die Lebensgeschichte von Marlene Dietrich (1901-1992), einer deutschen Schauspielerin und Sängerin. Der Film orientiert sich an der Biografie Maria Riva: Meine Mutter Marlene, einem Buch das von ihrer 1924 geborenen Tochter Maria Elisabeth Riva geschrieben wurde.

Marlene Dietrich wurde am 27. Dezember 1901 als Marie Magdalene Dietrich in Berlin-Schöneberg geboren. Sie und ihre Schwester, die 1900 geborene Elisabeth, waren Töchter des Polizeileutnants Louis Erich Otto Dietrich (1867-1908) und dessen Ehefrau Wilhelmine Elisabeth Josephine (1876-1945). Die Familie galt als gut bürgerlich, wohlhabend und sie habe eine gute Erziehung genossen.

Bereits in Kindestagen erhielt sie Geigen- und Klavierunterricht, lernte Englisch und Französisch. Nachdem ihr Vater starb, heiratet ihre Mutter erneut. Die Familie zog nach Dessau. Ihr Stiefvater Leutnant Eduard von Losch starb 1917 an einer Kriegsverletzung.

Mit 16 Jahren besucht Marlene die Victoria-Luisen-Schule in Berlin. 1918 begann ihre Ausbildung an der Musikhochschule Weimar. Hier wurde sie zu einer Konzertgeigerin ausgebildet. Danach wieder in Berlin, musste sie 1921 aufgrund einer Sehnenentzündung ihr Studium abbrechen. Sie entschied sich Schauspielerin zu werden. Zunächst fand man sie am Theater, bis man ihr einen Kontakt zu einem Filmregisseur vermittelt hatte. Ihr Debüt feierte sie mit einer kleinen Rolle im 1923 entstandenen Film „So sind die Männer“.

1923 heiratet sie den Aufnahmeleiter Rudolf Sieber (1897-1976). Ein Jahr darauf wurde Tochter Maria Elisabeth geboren. Das Paar trennte sich, blieb jedoch verheiratet. Ihren Durchbruch als Schauspielerin hatte sie im Film „Der blaue Engel“, ein Tonfilm aus dem Jahr 1930, des Regisseurs Josef von Sternberg. In diesem Film singt sie das Lied „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“, welches zu einem Welthit wurde.

Danach emigriert sie in die Vereinigten Staaten und unterzeichnet einen Siebenjahresvertrag mit Paramount Pictures. Dies war gleichzeitig der Beginn ihrer Hollywood-Karriere. Bereits 1930 entstand der Film „Marokko“ des Regisseurs Josef von Sternberg, dieser seit 1927 einen Vertag mit Paramount hatte.

Josef von Sternberg drehte insgesamt sieben Filme mit Marlene Dietrich. In Deutschland kamen die Nazis an die Macht und Joseph Goebbels bot ihr an, für die in Deutschland gedrehten Filme hohe Gagen zu zahlen. Sie lehnte dies ab und drehte weiterhin Filme in den Vereinigten Staaten, unter anderem mit Alfred Hitchcock und Orson Welles.

In Paris befand sich ihr Zweitwohnsitz. Hier unterstützte sie Flüchtlinge aus Deutschland und emigrierende Künstler. 1939 nahm Marlene Dietrich die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Sie stellte sich gegen den Nationalsozialismus und trat vor den Soldaten der amerikanischen Streitkräfte auf. 1945 kehrt sie nach New York zurück.

Für ihr Engagement gegen das NS-Regime wurde sie mit der Medal of Freedom ausgezeichnet. Später entstanden noch weitere Filme, bevor sie 1953 fast ausschließlich als Sängerin auftrat. Bei einem Auftritt 1960 in West-Deutschland kam es zu heftigen Anfeindungen. Anfang der 1980er Jahre zog sie sich aus der Öffentlichkeit zurück und lebte in Paris. Mittlerweile war Marlene Dietrich alkoholkrank und tablettenabhängig. Die letzten elf Jahre ihres Lebens lag sie nur im Bett, wo sich ihre Tochter um sie kümmerte. Am 6. Mai 1992 verstarb sie in Paris.

 


The Fear of 13

Die Dokumentation zeigt die unglaubliche Geschichte von Nick Yarris, der wegen Mordes verurteilt wurde und über 20 Jahre in der Todeszelle verbrachte. 2004 wurde er aus der Haft entlassen, da neue DNA-Beweise ihn von diesem Verbrechen, einem Mord, entlasteten. Fast 23 Jahre musste er für seine Unschuld kämpfen.

Der 1961 in Philadelphia, Pennsylvania, geborene Nick Yarris ist heute Schriftsteller und Redner. 1982 wurde er von der Polizei gestoppt, als er in einem gestohlenem Auto und unter dem Einfluss von Drogen unterwegs war. Grund dieser Kontrolle war ein überfahrenes Stoppschild. Nick Yarris war ein Kleinkrimineller der schon mehrere Fahrzeuge geklaut hatte, um seine Drogensucht zu finanzieren. Während er von der Polizei gestoppt und kontrolliert wurde, bedrohte er einen Polizeibeamten und wurde verhaftet.

Eine Frau namens Linda May Craig wurde vergewaltigt und ermordet. Um sich selbst nicht zu belasten nannte er einen ehemaligen drogenabhängigen Freund als Täter. Er glaubte jedoch das dieser nicht mehr am Leben sei. Als dieser Freund eines Tages auftauchte und nichts mit diesem Mord zu tun hatte, wurde nun Nick Yarris zum Verdächtigen.

Während seiner Haft las er in einem Zeitungsartikel über die Vergewaltigung und dem Mord einer jungen Mutter. Er beschloss sich zu informieren um durch seine Aussage aus der Haft entlassen zu werden. Er verdächtigte einen ehemaligen Bekannten, da er glaubte dieser sei nicht mehr am Leben. Doch sein Plan funktionierte nicht, im Gegenteil nun war er der Hauptverdächtige. Im Jahr 1982 wurde er zum Tode verurteilt und kam in die Todeszelle.

Er war den brutalen Schlägen der Gefängniswärter ausgeliefert. Selbstmordgedanken quälten ihn, bis er beschloss sich der Bildung zu widmen. Er las unzählige Bücher. Nick Yarris erkrankte an Hepatitis. Er hat sich schon längst aufgegeben und war 2002 bereit zu sterben. Ein Richter ordnete neue DNA-Tests an, was ihn von diesem Mord freisprach und ihm die Freiheit brachte.

2003 zeigten DNA-Tests das auch er mit diesem Verbrechen nichts zu tun hat. Er verbrachte 8.057 Tage hinter Gittern, den größten Teil in Einzelhaft, bevor seine Unschuld bewiesen werden konnte und er 2004 entlassen wurde. Die neu angeordneten DNA-Tests zeigten Spuren von zwei unbekannten Männern im Fahrzeug der damals ermordeten 32-jährigen Frau und an ihrer Kleidung. Der wahre Mörder wurde nie gefunden.

Nach über 20 Jahren in der Todeszelle hat Nick Yarris Pläne für ein neues Leben. 2005 zieht er nach England, in die Stadt Lincolnshire. „Ich fühle mich hier sicher. Es ist nicht wie Amerika, es gibt keine Waffen auf den Straßen“. Er arbeitet heute als Auslieferungsfahrer. England ist seine neue Heimat, er hat geheiratet und ist Vater einer Tochter. Nick Yarris schrieb das Buch „Seven Days to Love“.