Mit ‘Frankfurter Auschwitzprozesse’ getaggte Beiträge


Im Labyrinth des Schweigens

Das Spielfilmdebüt des Regisseurs Giulio Ricciarelli thematisiert die Vorgeschichte der Frankfurter Auschwitzprozesse. Die drei Staatsanwälte Joachim Kügler, Georg Friedrich Vogel und Gerhard Wiese haben die Anklage für diese Prozesse vorbereitet. Der Journalist Thomas Gnielka (1928-1965) hatte recherchiert und die Prozesse mit ins Rollen gebracht. Die Urteilsverkündung 1965 hatte er nicht überlebt, er war an Krebs erkrankt und verstorben.

Die Auschwitzprozesse sind Gerichtsverfahren gegen frühere SS-Männer, die für die Beihilfe oder dem Massenmord im KZ Auschwitz verantwortlich gemacht wurden. Es kam zu insgesamt sechs Strafprozessen in den Jahren 1963 bis zu den Nachfolgeprozessen in den 1970er Jahren. Auch Josef Mengele geriet in den frühen 1960er Jahren ins Visier der Ermittlungen.

Auf Weisung des damaligen Generalstaatsanwalts Fritz Bauer wurden Ermittlungsverfahren gegen Verantwortliche des KZ Auschwitz eingeleitet. Fritz Bauer fand zudem heraus das sich Adolf Eichmann in Argentinien aufhält. Adolf Eichmann war SS-Obersturmbannführer. Er ist mitverantwortlich für die Ermordung von etwa sechs Millionen Menschen. Fritz Bauer informierte den israelischen Geheimdienst Mossad. Sein Antrag, Eichmann an die Bundesrepublik auszuliefern, wurde von der deutschen Bundesregierung abgelehnt. Eichmann wurde entführt und nach Israel gebracht. Hier kam es zum Prozess und am 1. Juni 1962 zur Hinrichtung.

Der erste Auschwitzprozess wurde im Dezember 1962 eröffnet. Robert Mulka, ein SS-Hauptsturmführer und Adjutant des Lagerkommandanten Rudolf Höß wurde verhaftet und verurteilt. Die Ermittlungen ab Ende der 1950er Jahre machten ihn mit zu einem der Hauptverdächtigen. Vor dem Frankfurter Schwurgericht mussten sich 21 weitere Mitglieder der damaligen Wachmannschaften verantworten. Mulka wurde zu 14 Jahren Zuchthaus verurteilt. Wegen einer schweren Erkrankung wurde er vorzeitig aus der Haft entlassen.

Erst 1950 begann die bundesdeutsche Aufarbeitung der NS-Verbrechen. Man hatte immer mehr Beweise gesammelt und bemerkte das sich die Täter in der deutschen Bevölkerung frei bewegen. 1965 wurden die ersten Urteile verkündet. Unter den Angeklagten waren vom Blockführer, bis zum Mitglied der Lagergestapo in Auschwitz, 20 SS-Männer, die verurteilt wurden. Strafen von vier Jahren bis lebenslänglich wurden verhängt.

Von 1965 bis 1966 kam es zum zweiten Prozess, bei dem drei SS-Männer angeklagt wurden. Der dritte Auschwitzprozess fand von 1967 bis 1968 statt. Hier wurden zwei Verantwortliche angeklagt und zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Danach folgten weitere Prozesse, von 1973 bis 1976 und 1977 bis 1981, bei denen sich jeweils zwei SS-Männer verantworten mussten. Einige wurden während der Prozesse freigesprochen, da man ihnen eine Beteiligung an den Gräueln nicht nachweisen konnte.

 

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