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The Stanford Prison Experiment

Der Film beruht auf einem realen Experiment, dass im Sommer 1971 unter der Leitung von Philip Zimbardo an der Stanford University durchgeführt wurde. Das Stanford-Prison-Experiment (SPE) wurde nach 6 von geplanten 14 Tagen abgebrochen, nachdem es unter moralischen Gesichtspunkten nicht länger tragbar war.

Der 1933 geborene Philip Zimbardo ist emeritierter Professor an der Stanford University. 1959 promovierte er an der Yale University, ist Psychologe und sorgte 1971 mit seiner bekannt gewordenen Untersuchung für Aufregung, als er das Gewaltverhalten des Menschen untersuchte.

Auf eine von Wissenschaftlern geschalteten Zeitungsannonce meldeten sich über 70 Studenten. Bei diagnostischen Interviews und einem Persönlichkeitstest wurden 24 ausgewählt. Diese 24 wurden durch Münzwurf in zwei Gruppen eingeteilt, Wärter und Gefangene, sie bekamen 15 Dollar pro Tag. Die Gefangenen mussten Dokumente unterschreiben, in welchen sie auf einige ihrer Grundrechte verzichten.

Sie wurden von echten Polizisten „verhaftet“ und auf die Polizeiwache gebracht. Dort warteten sie mit verbundenen Augen in Untersuchungs-Zellen. Von dort aus wurden sie dann zum Institut überführt und in extra im Keller eingerichtete Zellen gesperrt.
Die Gefangenen zwang man schwere Fußketten, Nylonstrumpf über den Kopf und ein Krankenhaushemd ohne Unterwäsche zu tragen.

Die dargestellten Wärter bekamen Uniformen und Gummiknüppel. Beide Parteien probierten ihre Rollen erst aus, so kam es bei Bestrafungen zu Liegestützen der Gefangenen. Es sollte eine absolute Macht der Wärter demonstriert werden.
Am zweiten Tag brach ein Aufstand aus, die Gefangenen blockierten die Zellentüren, rissen ihre Nummern von den Kitteln und zogen sich die Strümpfe vom Kopf.
Die Wärter schlugen den Aufstand nieder, indem sie mit Feuerlöschern eisiges Kohlendioxid in die Zellen sprühten, Kleidung und Betten entzogen.
Ab diesem Zeitpunkt demütigten die Wärter die Gefangenen. Eimer in den Zellen sollen als Toilette benutzt werden.

Das Experiment geriet außer Kontrolle. Nach drei Tagen zeigte ein Gefangener extreme Stressreaktionen und musste entlassen werden. Einige der Wärter zeigten sadistische Verhaltensweisen, teilweise musste man eingreifen um Misshandlungen zu verhindern. Weitere Gefangene erlitten emotionale Zusammenbrüche und mussten vorzeitig entlassen werden. Ein anderer bekam unter den psychischen Belastungen einen Hautausschlag.
Die anderen versuchten ihre Situation zu meistern und den Befehlen folge zu leisten. Die Gruppe der Gefangenen war zerschlagen, jeder war nur noch auf sich allein gestellt und auf Überleben fixiert.

Nach 6 Tagen brach man dann das Experiment ganz ab. Ein Treffen mit allen Beteiligten ein Jahr danach zeigte, dass bei keinem psychische Spätfolgen aufgetreten waren. Eine Analyse zeigt, dass eine Zusammenstellung von Verhaltensweisen, die denen in echten Gefängnissen bemerkenswert ähnlich war – Grausamkeiten, unmenschliche Behandlungen und massive Nichtachtung von Mitmenschen.